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Am Sandtorkai Einst der modernste Hafen der Welt

Ein Ereignis am Hamburger Sandtorkai nahe der Speicherstadt machte Geschichte: Die technisch hoch innovativen Kai- und Abfertigungsanlagen konnten am 11. August 1866 feierlich eröffnet werden. Sie waren Ihrer Zeit weit voraus. Das Ereignis markierte den Start eines modernen Hafens mit einem künstlich geschaffenen Hafenbecken in der Hansestadt Hamburg.

Sandtorkay 1883
Sandtorkay 1883

 

Die modernste Hafenanlagen ihrer Zeit

Sandtorkai und Speicherstadt 1900
Sandtorkai und Speicherstadt 1900

Die Eröffnung der neuen Anlage nahe der Speicherstadt wurde feierlich mit dem Gesang der Hammonia Hymne und den Dampfschiffen Germania und Planet begleitet. Am Sandtorkai ließen sich erstmals Schiffe längsseits be- und entladen. Hierzu wurden auch erstmals Kräne für die Abfertigung Mittels Dampfkraft betrieben. Sie halfen dabei, dass Stückgut in Kisten und Säcken von Bord der Schiffe auf die Eisenbahn oder Pferdefuhrwerke zu verladen oder die in die Lagerhäuser zu verfrachten. Der Sandtorkai mit seinen modernen Anlagen war somit der Auslöser einer kleinen Hafen-Revolution, die sich in den folgenden Jahren entlang der Elbe immer weiter ausdehnte.

   

Von Kais, Tiden und Pollern

Stadtlagerhaus mit Kaimauer
Stadtlagerhaus mit Kaimauer

Kai oder Kay bezeichnet ein Uferbauwerk in einem Hafen- oder Hafenbecken. Das Wort stammt aus dem 17. Jahrhundert und wurde vom niederländischen Begriff „kaai“ bzw. dem französischen „quai“ abgeleitet. Die sogenannte „Kaimauer“ ist folglich eine vertikale Mauer aus Stein, Ziegeln oder Spundwänden, die das Ufer stützt. Wegen des großen Tiefgangs der Schiffe muss eine Kaimauer auch tief gegründet sein. An manchen Orten ist zudem der Tidenhub zwischen Ebbe und Flut zu beachten der mehrere Meter betragen kann. Am Ufer stehen meist schwere Kräne, Eisenbahnen oder LKWs bereit, die Ladung der Schiffe zu löschen oder diese mit neuer Fracht zu beladen. Zum Festmachen der Schiffe werden diese mit dicken Tauen an den eisernen Pollern am Ufer vertäut. Wenn ein Kai als Landzunge ins Meer oder den Hafen hineinragt, spricht man auch von einem Pier oder einer Mole.

Das Wort „Kai“ oder „Kay“ bezeichnet ein Uferbauwerk in einem Hafen.

 

Umbau zur Hafencity

Buchtipp HafenCity Hamburg. Das erste Jahrzehnt
Buchtipp HafenCity Hamburg. Das erste Jahrzehnt

Das Becken des Sandtorhafen war ursprünglich nur über eine Schleuse mit dem östlich liegenden Brooktorhafen verbunden. In den 60er wurde das Ende des Hafenbecken dann mit Sand verfüllt und als Roll on & Roll off Anlage für das Verladen von Autos genutzt. In den 90er Jahren entstanden dort zusätzlich Kaffee-Lagerhäuser und -Silos der Neumann Kaffee Gruppe. Mit der Entstehung der Hamburg Hafencity, errichtet man um das alte Hafenbecken viele Büros und Apartments (2005). Die markante Landspitze bildet die neue Elbphilharmonie auf dem ehemaligen Kaispeicher A. Den Abschluss des Beckens bilden die sogenannten Magellan-Terrassen. Benannt nach Ferdinand Magellan aus Portugal, dem Seefahrer der als erster die Welt umsegelte (1519). Oberhalb der Terrassen liegt das neue Sandtorkai-Quartier mit zusätzlichen Grünflächen von 2011.

   

Sandorkai ist Teil des Weltkulturerbes der UNESCO

Schaarhörn von 1908
Schaarhörn von 1908

Der Sandtorkai als Teil der Hamburger Speicherstadt gehört heute neben dem Kontorhausviertel mit dem Chilehaus zum Weltkulturerbe der UNESCO. Als Teil der neuen Hafencity kommt dem 150 jährige Sandtorkai aber noch eine weitere neue Funktion zu. Er dient über 30 historischen Schiffen (darunter der Dampfer Schaarhörn) als Liegeplatz. Der Dampfer Schaarhörn war noch im 2. Weltkrieg an der Evakuierung von Flüchtlingen aus den Ostgebieten beteiligt. Damit ist er neben dem Museumshafen Övelgönne und dem Hafenmuseum sowie dem Maritimen Museum ein weiterer Ort, an dem du mehr über die Geschichte des Hamburger Hafens erfahren kannst. Eigens wurde hierfür in Mitten des Sandtorhafens ein langer Liegeplatz für Schiffe erbaut, über den man zu den Magellan-Terrassen gelangt. Die Umgestaltung war nach sechs Jahren abgeschlossen und ist Teil des neuen Hafencity Stadtteils.

Hier findest du den Sandtorhafen auf der Karte:

Christoph Janß

Hallo, ich bin Christoph Janß, Blogger und Hobbyfotograf aus dem schönen Hamburg. Ich habe ein Faible für Geschichte, Architektur sowie Naturaufnahmen. In meiner Werbeagentur Alster-Marketing.com helfe ich Kunden beim Online-Marketing sowie der Erstellung von Websites & Online-Shops.

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