Speicherstadt Backstein gewordenes Weltkulturerbe

Die Hamburger Speicherstadt ist ein Komplex von Lagerhäusern aus Backstein, der zwischen 1883 und 1920 errichtet wurde. Es handelt sich um den größten zusammenhängenden Lagerhauskomplex der Welt, der nun auch Teil der neuen Hafencity ist.

2015: Speicherstadt wird Unesco Weltkulturerbe

Seit 2015 ist die unter Denkmal stehende Speicherstadt zusammen mit dem Kontorhausviertel (u. a. Chilehaus und Sprinkenhof) Teil des Unesco Weltkulturerbe. Für die Errichtung der Speicherstadt waren der damalige Wasserbaudirektor Christian Nehls sowie der Bauingenieur Franz Andreas Meyer und der Hamburger Baudirektor Christian Zimmermann verantwortlich.

Wasserbaudirektor der Speicherstadt: Christian Nehls

Christian Nehls war Sohn eines Kleinbauern und Zimmermanns und wurde 1841 in Nortorf, Schleswig-Holstein geboren. Nehls arbeitete zunächst als Hilfslehrer in Hamburg Flottbek und begann 1861 in Göttingen und am Polytechnikum Hannover Ingenieurswesen zu studieren. Später übernahm Nehls den Posten vom Hamburger Wasserbaudirektors Johannes Dalmann. Nehls hatte großen Anteil am Ausbau des Hamburger Hafens und der Errichtung eines Freihafens nach dem Vertrag von 1882 zwischen Preußen und Hamburg.

Bauingenieur der Speicherstadt: Franz Andreas Meyer

Meyer war ein 1837 in Hamburg geborener Bauingenieur. Er gilt als der eigentliche Schöpfer der Hamburg Speicherstadt. Nach dem Besuch des Johanneum Gymnasium in Hamburg studiert Meyer an der Polytechnischen Schule in Hannover. Sein dortiger Lehrer Conrad Wilhelm Hase war prägend für den jungen Schüler Meyer. Er war zudem Gründer der Hannoverschen Architekturschule, der sich sobald auch Andreas Meyer anschloss. Das Alte Rathaus in Hannover sowie das Welfenschloss sind bezeichnend für diese Norddeutschen Architekturstil.

Speichergebäude am Brooktorkai
Speichergebäude am Brooktorkai

Architekt der Speicherstadt: Carl Johann Christian Zimmermann

Der Architekt Zimmermann wurde 1831 als Sohn des Bürgermeisters der Stadt Elbing geboren. Er studierte Kunstgeschichte in Königsberg und anschließend an der Berliner Bauakademie. Zwei Mal in Folge erhielt er den Schinkelpreis, einer Auszeichnung für Architekten und Ingenieure. Zimmermann entwarf viele Gebäude im nord- und ostdeutschen Raum. So die Salvatorkirche und das Johannesgymnasium in Breslau, sowie Teile des Museums für Kunst und Gewerbe und des Universitätsklinikums Eppendorf in Hamburg. Zimmermann war von 1872 bis 1908 Baudirektor der Stadt Hamburg. Sein Nachfolger wurde Fritz Schumacher.

Blick von der Poggenmühlen-Brücke
Blick von der Poggenmühlen-Brücke

Das Areal der Speicherstadt umfasst ein riesiges Gelände

Die Hamburg Speicherstadt entstand auf einer 1,5 Kilometer langen, 250 Meter breiten sowie 26 Hektar großen Fläche auf den ehemaligen Elbinseln Wandrahm und Kehrwieder. Sie begann am sogenannten Teerhof und endete an der Kehrwiederspitze wo sich heute das Hanseatic Trade Center befindet. Um für den Bau der Speicherstadt Platz zu schaffen, mussten 24.000 Menschen umgesiedelt und 1.100 Häuser abgerissen werden. Alfred Lichtwark, ehemaliger Direktor der Hamburger Kunsthalle, prägte daraufhin den Begriff „Freie und Abrissstadt Hamburg“. 1888 weihte Kaiser Wilhelm II. den ersten Bauabschnitt der Speicherstadt am sogenannten “Kaisertag” offiziell ein.

Die sechs Fleete der Speicherstadt

Sie wird von sechs Fleeten durchzogen. Dazu zählen der Wandrahmsfleet, Kleines Fleet, Holländischbrookfleet, St. Annenfleet, Brooksfleet sowie Kehrwiederfleet. Fleete sind künstliche Wasserstraßen für den Warenverkehr, deren Wasserstand mit der Tide schwankt. An den Fleeten der Elbe, Bille und Alster ließen sich damals viele Kaufleute nieder und errichteten Ihre Lagerhäuser direkt an der Wasserseite. So ließen sich Waren schnell und einfach vom Schiff oder Schute über eine Seilwinde ins Lagerhaus befördern und zwischenlagern.

In Hülle und Fülle: Sehenswürdigkeiten für jeden Geschmack

Neben der eigentlichen Sehenswürdigkeit mit den Backstein Lagerhäusern (zum Beispiel dem HHLA Gebäude), gibt es viele weitere Ausflugsziele in der Hamburger Speicherstadt. Dazu zählen der Hamburger Dungeon und das Miniatur Wunderland. Informationen zur Zollgeschichte erhalten Besucher im Zollmuseum.

Hafencity und Speicherstadt
Hafencity und Speicherstadt

Besonders empfehlenswert ist das Internationale Maritime Museum mit vielen tausend Schiffsmodellen im ältesten Speicher, dem Kaispeicher B. Auch der Dialog im Dunkeln, das Automuseum Prototyp und eine Kaffeerösterei befinden sich hier. Eine Übersicht über die Speicherstadt und die Hafencity erhalten Interessierte ehemaligen Kraftwerk der Speicherstadt, dem Kesselhaus.

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Chris

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