Home » Blog » Flughafen Hamburg

Flughafen Hamburg 100 Jahre stark: Von Zeppelinen und Airbussen

Der 100 jährige Flughafen Hamburg liegt im Stadtteil Fuhlsbüttel und wurde 1911 für den Bau von Zeppelinen errichtet.

Flughafen Hamburg

Flughafen Hamburg

In Hamburg Fuhlsbüttel entstehen die ersten Luftschiffe

Der Luftschiff-Konstrukteur Graf Ferdinand von Zeppelin appelliert an die Hamburger, den Luftschiffbau zu fördern. Kurz darauf wird mit privaten Spenden eine Halle für Zeppeline in Fuhlsbüttel, nördlich der Borsteller Rennbahn und westlich der Alster errichtet. Die eigens hierfür neu gegründete Gesellschaft trägt den Namen Hamburger Luftschiffhallen GmbH (HLG). Im Herbst 1911 erhebt sich das erste Luftschiff vom 45 Hektar großen Gelände mit dem Namen „Schwaben“.

Die ersten Flugzeuge transportieren Postsendungen

Ab 1913 müssen sich die Luftschiffe den nun 60 Hektar großen Platz mit den neuen Flugzeugen, damals Aeroplanen genannt, teilen. 750 Schüler werden während des Ersten Weltkriegs unter in Fuhlsbüttel zu Piloten ausgebildet. In dieser Zeit entsteht auch der erste Luftpost-Verkehr mit Linien nach Österreich, Italien, England und Frankreich. Nachdem Zeppeline Ihre militärische Bedeutung zunehmend verlieren und die Luftschiffhalle in Hamburg einem Brand zum Opfer fällt, wird eine neue Halle erstellt und an die Hanseatischen Flugzeugwerke vermietet. Als der Krieg verloren geht, werden alle Einrichtung unbrauchbar gemacht und die Flugzeuge an die Alliierten übergeben.

Airport Plaza innen

Airport Plaza innen

Geburt des Zivilluftverkehrs

Im Dezember 1917 gründet die Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft AEG die Deutsche Luftreederei GmbH (DLR). Die Reederei Hapag, die Zeppelin GmbH sowie die Deutsche Bank beteiligen sich an der neuen Gesellschaft. Die erste Linienverbindung Europas entsteht. Als sogenannter Europa-Nordwestflug verbindet 1920 die neu gegründete Niederländische Airline KLM Amsterdam über Bremen mit Hamburg. Nachdem die DLR nach Bremen abwandert, übernimmt die liquide Hamburg-Amerika-Linie das Ruder in Fuhlsbüttel und modernisiert das Gelände. Die Leitung des Flughafens geht nach Errichtung des Funkturms an einem deutschen Flughafen wieder an die HLG über. Erstmals ist es 1926 möglich, ankommende Flugzeuge per Funkpeilung zu orten. 1929 werden bereits 80 Flugverbindungen angeboten.

Terminal 2 innen

Terminal 2 innen

Flughafen Hamburg in den dreißiger Jahre

Von der Wirtschaftskrise in den dreißiger Jahren erholt sich der Flughafen erst um 1935. Das Reichsministerium für Luftfahrt lässt den Flughafen ausbauen, eine Peilhaus mit einem Scheinwerfer als Ansteuerungslicht wird errichtet, dazu eine Nachtbefeuerung der Landebahn. Mittels einer Kurzwellenbake können Landungen ab jetzt auch bei schlechter Sicht vorgenommen werden. Das Passagieraufkommen ist im Dritten Reich um 1937 mit 57.194 Passieren das vierthöchste nach Berlin, Frankfurt und Köln.

Die Stadt Hamburg übernimmt in der Folge alle Anteile am Flughafen. Zu Kriegszeiten werden nur Flüge in neutrale Länder wie der Schweiz und Portugal aufrechterhalten. Die Luftwaffe beschlagnahmt den Flughafen und alle Flugzeuge, so auch die der Lufthansa. Unbeschädigt geht die Anlage nach der Kapitulation an die Royal Air Force über.

Terminal 1 innen

Terminal 1 innen

Berliner Luftbrücke und Wirtschaftswunder

Eine Anflugbefeuerung entsteht in Fuhlsbüttel, der jetzt Hamburg Airport heißt. Sie weist Piloten bereits viele Kilometer vor der Landebahn den Weg. Zusätzlich installiert man ein Instrumentenlandesystem bis 1951. Die Briten fliegen ab 1948 von Hamburg aus Ihre Versorgungsflüge in die eingeschlossene Stadt Berlin zum Flughafen Tempelhof. Hierfür musste jedoch erst noch die Startbahn I fertig gestellt werden. Bereits 1950 geht die Verwaltung des Flughafen Fuhlsbüttel an die neu geschaffene Flughafen Hamburg GmbH (FGH) über. Fünf Jahre später starten erste Düsenflugzeuge der neuen Deutschen Lufthansa AG von Landebahn II, die gerade fertig gestellt wurde und Richtung Norden bis nach Schleswig-Holstein reicht. 1969 erreicht das Passagieraufkommen bereits 4 Millionen die in der neuen Deutschlandhalle abgefertigt werden.

Hamburg Airport Helmut Schmidt

2008 entsteht das 51 Mil. Euro teure Radisson Hotel mit 4.260 qm. Im selben Jahr wird der Flughafen über die S-Bahn Linie S1 mit der Innenstadt verbunden. 2010 feiert der Flughafen (IATA Kürzel HAM) sein 100jähriges Jubiläum. In dieser Zeit wird das größte Umbauprojekt, genannt HAM 21 abgeschlossen. Der Flughafen hat jetzt mit den beiden Terminals 1 und 2 sowie dem dazwischenliegenden Airport Plaza mit Abfertigung und Duty Free Shops.

Alle drei Gebäude werden von einer langen Einkaufszone mit vielen Geschäften miteinander verbunden. Fünf Jahre später steigt das Passagieraufkommen auf 15 Millionen pro Jahr. Stolzer trägt der Flughafen mittlerweile, der zu 51 % der Freien und Hansestadt Hamburg gehört, den Namenszusatz des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt.

Namensgeber Helmut Schmidt

Namensgeber Helmut Schmidt

Quelle: Hamburg-Airport.de

Artikel auf Facebook kommentieren:
Flughafen Hamburg 100 Jahre stark: Von Zeppelinen und Airbussen
Artikel bewerten

About Chris

Chris ist Hobbyfotograf aus dem schönen Hamburg mit einem Faible für architektonische Tag- und Nachtaufnahmen, Geschichte und der Hansestadt Hamburg. Google+
Close