Flug- und Bahnhöfe

Hauptbahnhof Hamburg Deutschlands Bahnhof mit den meisten Besuchern

Der Hamburg Hauptbahnhof (HBF) wurde im Jahr 1903 erbaut und 1906 in Betrieb genommen. Der Durchgangsbahnhof aus der Kaiserzeit war als Ersatz für die vier verstreut liegenden Kopfbahnhöfe unterschiedlicher Bahngesellschaften gedacht.

Das Bahnhofsgebäude

Hauptbahnhof Hamburg Draufsicht
Hauptbahnhof Hamburg Draufsicht

Beim Hauptbahnhof Hamburg handelt es sich um einen Reiterbahnhof, auch Sattel- oder Durchgangsbahnhof genannt, bei der das Empfangsgebäude gleich einer Brücke über den Gleisanlagen liegt. Die unter den Gebäudeteilen befindlichen Gleise zu den Regional- und Fernbahnen (IC und ICE) werden über Treppen und Rolltreppen und Aufzüge vom Nord- und Südsteg nach unten betreten. Der Nordsteg mit der großen Wandelhalle, nimmt in diesem Fall die Funktion der Empfangshalle ein.

Die vier Seiten des Bahnhofs:

  • An der Nordseite haben sich die Architekten für eine große Sandsteinfassade entschieden. Diese wird von zwei quadratischen und 45 m hohen Türmen flankiert.
  • Auf der Südseite grenzt der Bahnhof an den Steintordamm. Hier entstand eine offene Glasfront, um möglichst viel natürliches Licht in das Innere zu leiten.
  • Westlich markiert die Glockengießerallee die Grenze des Gebäudes. Neben dem Eingang zur Wandelhalle (nördlich) gibt es noch einen südlichen, unterirdischen Eingang der auf den Südsteg führt.
  • Östlich des Bahnhofs grenzt das Gebäude an die Kirchenallee. Auch hier gibt es wieder zwei Zugänge zur Wandelhalle im Norden sowie einen zum Südsteg im Süden.

Die imposante Haupthalle

DB Plan vom Hauptbahnhof Hamburg
DB Plan vom Hauptbahnhof Hamburg

Die Haupthalle ist 150 m lang, 114 m breit und 37 m hoch. Ihre gewaltige Spannweite misst 73 m. Ihr großes Gewicht fußt daher auf einem Fundament mit 800 tiefgegründeten Eisenbetonrammpfählen.

   

Die ersten ihrer Art in Norddeutschland. An der West- und Ostseite verfügt die Halle über weitere acht Nebenhallen, die ebenfalls einen teil der Gleise überspannen. 14 Bahnsteige befinden sich im Gebäude, 12 davon in der Haupthalle.

Bau des Hamburg Hauptbahnhof

Haupthalle im Bau 1905
Haupthalle im Bau 1905

Im Jahr 1900 wurde eine Ausschreibung zur Gestaltung eines eindrucksvollen Hauptbahnhof Gebäudes ausgerufen. Die Berliner Architekten Heinrich Reinhardt und Georg Süßenguth, die seit 1894 gemeinsam ein Architekturbüro betrieben, gewannen den

Buchtipp: Hamburgs Tore zur Welt - die Fernbahnhöfe der Hansestadt
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Wettbewerb. Das Architekten-Duo machte sich insbesondere einen Namen mit öffentlichen Gebäuden von Ämtern und Rathäusern. Darunter das Rathaus von Charlottenburg, Spandau, Treptow und Dessau. Aber auch das Altonaer Museum wurde von ihnen entworfen. Die technische Konzeption übernahm der Architekt und preußische Baubeamte Ernst Moeller aus Artlenburg. Zuvor zeigte sich Moeller für die technische Realisierung des Dammtor Bahnhofs verantwortlich (1903). Da Kaiser-Wilhelm II. der erste Bahnhofsentwurf überhaupt nicht gefiel, wurde dieser schließlich noch einmal überarbeitet.

Hamburger Bahnhöfe der Vorzeit

Vor dem Bau des Hamburg Hauptbahnhof , existierten bereits vier Kopfbahnhöfe in der Innenstadt. Diese wurden von vier verschiedenen Eisenbahnunternehmen betrieben.

   

Der Hauptbahnhof Hamburg ersetzte ab 1906 die folgenden vier aktiven Kopfbahnhöfe:

  • Der Hannoversche Bahnhof stand auf dem Großen Grasbrook heute Lohseplatz und wurde 1872 errichtet Er wurde bis 1892 Venloer- oder Pariser-Bahnhof genannt. Eingerichtet wurde er von der Köln-Mindener-Eisenbahn-Gesellschaft (CME), die auch das Brücken-Viadukt südlich über die Elbe baute. Angebunden wurden über den Bahnhof, die Städte Hannover und Paris, das Ruhrgebiet und Rheinland. Nach dem Bau des neuen Hauptbahnhofs wurde der Hannoversche Bahnhof als Hauptgüterbahnhof genutzt. Am Lohseplatz in der heutigen Hafen City befindet sich Informationsstand der an die Deportation von Juden, Sinti und Roma über den Hannover Bahnhof erinnert.
  • Der Lübecker Bahnhof (1864 – 1906) befand sich zwischen der Norder Straße und Spaldingstraße in Hammerbrook. Er verband die Hansestädte Hamburg mit Lübeck über Bad Oldesloe. Es gab jedoch auch Verbindungen nach Stettin und Travemünde. Betrieben wurde der Bahnhof von der Lübeck-Büchener Eisenbahn (LBE). Da der Bahnhof etwas abseits lag, wurde eine zusätzliche Anbindung zur Hamburger Innenstadt eingerichtet (anfangs von Pferden gezogen, später elektrifiziert).
  • Der Berliner Bahnhof befand sich an den heutigen Deichtorhallen zwischen Banks- und Amsickstraße (1857-1903 stillgelegt). Er diente der Verbindung Hamburgs mit Berlin über Bergedorf. Überspannt wurden die Gleise mit einer 148 m langen und 23,5 m hohen Halle aus Holz (zum Vergleich: Dammtor Bahnhof nur 112 m lang). Betreiber der Eisenbahnstrecke war die Berlin-Hamburger Eisenbahngesellschaft. Der ehemaliger Endbahnhof in Berlin (Hamburger Bahnhof) ist erhalten geblieben.
  • Der Bahnhof Klosterthor am heutigen Hühnerposten wurde 1866 erbaut und lag kurz vor dem heutigen Hauptbahnhof. Er diente als Endpunkt der Verbindung Hamburgs mit Altona. Seine Gleise wurden 1906 zum ebenfalls neu entstandenen Postbahnhof Hühnerposten verlängert.
Hauptbahnhof am Glockengießerwall
Hauptbahnhof am Glockengießerwall

 

Wandelhalle, Nord- und Südsteg

Wandelhalle am Glockengießerwall
Wandelhalle am Glockengießerwall

An der nördlichen Seit des Hamburg Hauptbahnhof befindet sich die Wandelhalle parallel zum Nordsteg. Über ihre beiden Haupteingänge an der West- (Glockengießerwall) und Ostseite (Kirchenallee) gelangt man ins Innere der Halle. Zahlreiche Geschäfte und Gastronomiebetriebe laden auf 7.600 qm an 7 Tagen der Woche zwischen 6-23 Uhr zum Flanieren und Shoppen auf zwei Ebenen ein. Früher befanden sich hier die Wartesäle der 1-4. Klasse. Zum Südsteg führen ebenfalls zwei Eingänge auf der West- und Ostseite und auch er verfügt über zahlreiche Geschäfte und Imbisse.

Hamburger Verkehrs Verbund (HVV)

Durch den Hamburger Hauptbahnhof führen alle S-Bahn Linien der S-Bahn Hamburg GmbH (Deutsche Bahn) (S1, S11, S2, S21, S3 und S31). Hinzu kommen die vier U-Bahn Linien der Hamburger Hochbahn AG (U1 und U3 im Südteil sowie U2 und U4 im Nordteil). Zusammen mit weiteren Verkehrsbetrieben wie zum Beispiel der HADAG (Hafenbarkassen) der NOB, Metronom und AKN (A1-A3) bilden Sie zusammen den Hamburger Verkehrs Verbund (HVV).


   
Motiv Hauptbahnhof Hamburg
Motiv Hauptbahnhof Hamburg

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Kriegsschäden und Wiederaufbau

Im 2. Weltkrieg wurden auf der Ost- und Westseite große Bunkeranlagen zum Personenschutz mit über 3.000 Plätzen eingerichtet. Trotz der Tarnung des Hauptgebäudes wurde der Bahnhof stark in Mitleidenschaft gezogen. Nach dem Krieg zog man sogar dessen Abriss ernsthaft in Erwägung. Glücklicherweise wurde diese Idee jedoch nicht umgesetzt. Stattdessen ließ man den gesamten Komplex in den 70er Jahren restaurieren. Die Wandelhalle musste zu diesem Zweck jedoch komplett abgerissen und originalgetreu wieder aufgebaut werden. Ab 1991 konnte die Halle mit dem ersten Einkaufszentrum in einem Hauptbahnhof neu eröffnet werden. Der HBF Hamburg ist zählte 2019 im Durchschnitt 537.000 Besucher pro Tag! Damit ist er der meistfrequentierte Bahnhof Deutschlands.

Nicht weit entfernt befindet sich der zweite Bahnhof aus der Kaiserzeit, der Dammtorbahnhof.

Hier findest du den Hauptbahnhof Hamburg auf der Karte:

   

Christoph Janß

Hallo, ich bin Christoph Janß, Blogger und Hobbyfotograf aus dem schönen Hamburg. Ich habe ein Faible für Geschichte, Architektur sowie Naturaufnahmen. In meiner Werbeagentur Alster-Marketing.com helfe ich Kunden beim Online-Marketing sowie der Erstellung von Websites & Online-Shops.
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