Museen, Kunst und KulturUnternehmen

Die Kiezkicker des FC St. Pauli Braun weiße Traditionen

Aus dem bekanntesten Hamburger Stadtteil St. Pauli stammt der gleichnamige Fußball-Klub FC St. Pauli. Das FC St Pauli Trikot kommt klassisch in braun, weiß daher. Der auch als Kiezklub bekannte Verein wurde im Jahr 1910 gegründet und spielt traditionell in braun weiß. Toleranz und Respekt im Miteinander stellen wichtige Eckpfeiler des alternativen und liberalen Unternehmens dar. Eng verbunden ist man auch mit dem lokalen Sponsor Astra, einer alten Hamburger Biermarke (früher „Bavaria-St. Pauli-Brauerei“) der Holsten-Brauerei, die heute zur dänischen Carlsberg-Gruppe gehört.

Millerntor – Früher befand sich hier ein Stadttor der Hansestadt

Das Millerntor war einst eines von vielen Stadttoren der befestigten Hafenstadt an der Elbe. Im Westen gelegen trennte es die Hamburger Altstadt und Neustadt vom Hamburger Berg der vor der Befestigung lag. Später sollte hier der Stadtteil St. Pauli entstehen. Einst lag das erste Millerntor nördlich des Rödingsmarkt. Ab 1621 verlagerte es die Stadt mit dem Bau der Wallanlagen jedoch an den Millerntorplatz. Nachdem die französischen Besatzer das Tor 1806 abtrugen, entstand wenig später eine neue Toranlage mit Wachhäusern. Das nördliche Wachhaus des Millerntor ist heute noch erhalten und steht südlich des Museum für Hamburgische Geschichte am Millerntorplatz 20.

Zum Feiern geht man nach St. Pauli

Reeperbahn
Reeperbahn

Fragt man Nicht Hamburger nach Hamburg so kommt man recht schnell auf den bekanntesten Stadtteil St. Pauli zu sprechen. Kein Wunder, denn hier feiert die Stadt am Wochenende. Das nur 2,3 Quadratkilometer große Gebiet mit seinen 22.000 Einwohnern erstreckt sich vom Heinrich-Hertz-Turm im Norden bis zu den Landungsbrücken und dem Alten Elbtunnel an der Elbe im Süden. Dazwischen liegen die Messehallen, die Gartenanlage Planten un Blomen an den Wallanlagen im Osten sowie die weltbekannte Amüsiermeile Reeperbahn. Sie verdankt ihren Namen den Reeper Seilmachern, die hier einst Taue für die Segelschiffe im Hafen herstellten. Seinen Namen verdankt der Stadtteil hingegen der örtlichen St. Pauli Kirche am Pinnasberg 80. Sie ist nach dem biblischen Apostel und Missionar Paulus von Tarsus benannt. Nach der Neugliederung der Stadtteile in den 40er Jahren, lag die Kirche plötzlich im heutigen Altona.

   

Kiez bezeichnet einen erhaltenen, überschaubaren Wohnbereich in Berlin. In Hamburg steht Kiez für die Reeperbahn und St. Pauli

 

Der Stadtteilverein von 1910

FC St Pauli Trikot Astra
FC St Pauli Trikot Astra

Der Kiezklub startete seine Laufbahn bereits ein paar Jahr vor 1910. Erste Mitglieder des Hamburg – St. Pauli Turnverein r. V. (St. Pauli TV) von 1862 traten bereits ab 1907 gegen den Ball. Drei Jahre später waren die Kicker bereits als Klub Mitglied des Norddeutschen Fußball-Verband. In der Folge verließen die Mitglieder den Turnverein und gründeten den Fußball-Club FC. St. Paul. Die Trikotfarben braun weiß stammen übrigens von Amandus Vierth und wurden ab 1909 auch zu den Vereinsfarben.

Nicht zu übersehen – Die Totenkopfflagge „Jolly Roger“

Das Symbol des FC St. Pauli ist die schwarze Totenkopfflagge. Ein weißer Totenkopf vor zwei gekreuzten Knochen ziert eine schwarze Fahne. Totenkopfflaggen waren das Erkennungssymbol von Piratenschiffen im 17. Jahrhundert. Allgemein wurde die Piratenflagge auch „Jolly Roger“ genannt. Der Name ist eine Abwandlung des indischen Piraten Ali Rajah, den Engländer einfach „Olly Roger“ aussprachen. Vielleicht stammt es aber auch vom französischen Wort „joli rouge“ für schönes Rot. Manche Piraten hissten nämlich blutrote Flaggen.

   

Das FC St Pauli Trikot wird von den Spielern klassisch in den Vereinsfarben braun und weiß getragen

Berühmte Piratenflaggen:

Die bekannteste Form der Piratenflagge, die auch der Kiezclub übernommen hat, stammte vom Piraten Edward England (gestorben 1720). Andere Piraten wie Blackbeard, Wynnes, Every oder Calico Jack Rackham verwendeten andere Symbole auf schwarzen Grund. Der St. Pauli Fan und Punkrocker „Doc Mabuse“ brachte dann wahrscheinlich als erster eine Totenkopfflagge mit ans Millerntor. Die heutige Version des Totenkopf ist Werk von Step Braun.

Das Millerntor-Stadion – You’ll never walk alone

Das Heiligengeistfeld von 1497 ist ein 20 Hektar großes Gelände im Stadtteil St. Pauli. Sein Name stammt vom Hospital zum Heiligen Geist, zu dessen Gebiet das Gelände damals gehörte. Drei Mal jährlich findet auf der Freifläche der Hamburger Dom statt, ein Jahrmarkt mit vielen Fahrgeschäften. Kurz nach dem Ersten Weltkrieg kickten auf den Ascheplätzen auch die Spieler des St. Pauli TV. Ein erstes Stadion wurde gebaut, dass aber leider im 2. Weltkrieg zerstört wurde. Aus den Trümmern versuchten Fans und Mitglieder eine neue Spielstätte zu errichten. Mit dem Abriss in Folge der Internationalen Gartenausstellung im Jahr 1961 musst schließlich ein neues Zuhause her. So konnte nur zwei Jahre darauf im Westen des Heiligengeistfeld ein neues Stadion eingeweiht werden.

   
Millerntor-Stadion
Millerntor-Stadion

Die Kiezkicker vom Hamburger Millerntor-Stadion

 

Schrittweiser Umbau zur heutigen Form

Leider vergaß man den Einbau einer Drainage, so dass in der Folge viele Spiele im Wasser stattfanden. Nach einem letztmaligen Umbau im Jahr 1988 entschied man sich das marode Stadion zu erneuern. 2006 verkündete der damalige Vereinspräsident Corny Littmann den Umbau des Millerntor Stadion. Schrittweise wurden alle vier Tribünen abgetragen. Es entstanden eine neue Haupttribüne sowie eine neue Süd- und Nordtribüne. Zudem entstanden Business-Seats, Séparées, Logenplätze, ein Vereinsmuseum sowie eine Kindertagesstätte „Das Piratennest“. Am 25. Juli 2015 konnte dann auch final die Nordtribüne fertig gestellt werden. Direkt rechts vom Eingang findest Du auch den FC St Pauli Shop mit allem was das Pauli Herz begehrt. Vom FC St Pauli Trikot über Hoodies bis hin zu Caps.

Daten und Fakten zum Millerntor-Stadion

  • Name zwischen 1970-98: Wilhelm-Koch-Stadion
  • Zuschauer: 29.546 (16.940 Stehplätze, 12.606 Sitzplätze)
  • Business-Seats: 2.491
  • 39 Séparées mit 468 Plätzen
  • Rollstuhlgerechte Plätze: 120
  • Logenplätze: 711
  • Eröffnung: 1963
  • Umbau: 2006-2015
  • Umbaukosten: 62 Millionen Euro
  • Einlaufmusik: Hells Bells (ACDC)
  • Tor Hymne: Song 2 (Blur)
  • Stadionhymne: Das Herz von St. Pauli (hier im Original von Hans Albers)

Hier sind die Kiezkicker Zuhause:

   

Christoph Janß

Hallo, ich bin Christoph Janß, Blogger und Hobbyfotograf aus dem schönen Hamburg. Ich habe ein Faible für Geschichte, Architektur sowie Naturaufnahmen. Als Freelancer unter Alster-Marketing.com helfe ich Kunden bei ihrem Online-Marketing.

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"