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Hamburger Kunsthalle

Hamburger Kunsthalle am Glockengießerwall

Kunsthalle Komplex Panorama

Kunsthalle Komplex Panorama

Die Hamburger Kunsthalle liegt direkt neben dem Hamburger Hauptbahnhof am Glockengießerwall. Sie beherbergt über acht Jahrhunderte Kunstgeschichte auf 13.000 Quadratmeter und ist eine der wichtigsten öffentlichen Kunstsammlungen Deutschlands mit über 700 Werken. Darüber hinaus umfasst die hauseigene Bibliothek über 200.000 Bücher und 100.000 Zeichnungen im Kupferstichkabinett. Darunter befinden sich so bekannte Maler wie Kasper David Friedrich, Max Liebermann, Philipp Otto Runge oder Max Beckmann. Die Kunsthalle hat Jahr für Jahr über 100.000 Besucher und veranstaltet regelmäßige Sonderausstellungen.

Kunsthalle Gruendungsbau

Kunsthalle Gruendungsbau

1. Gruendungsbau

 Der 1817 gegründete Hamburger Kunstverein forderte 1847 den Bau eines Kunstmuseums. Die Stadt Hamburg stellt daraufhin das Baugrundstück und der Backsteinbau wurde in den Jahren 1863 und 1869 mit Gelder Hamburger Bürger errichtet. Die verantwortlichen Architekten waren Georg Theodor Schirrmacher und Hermann von der Hude. Die Ziegelstein Fassade des Gründungsbaus ist im Stil der italienischen Renaissance gehalten. Außen befinden sich Terrakotten mit Portraits von Künstlern sowie Medaillons. Nennenswert sind auch die Sandsteinfiguren, darunter Abbildungen von Raffael und Michelangelo da Vinci.

Bilder auf Artflakes: Bild 1, Bild 2

Hermann von der Hude

Der Architekt Von der Hude entstammte einer alten Lübecker Zinngießerfamilie und wurde 1830 geboren. Er besuchte das Katharineum Gymnasium zu Lübeck und studierte 1850 an der Berliner Bauakademie. Bevor er 1857 seine Prüfung als Baumeister ablegte, arbeitete er bei Friedrich August Stüler und half ihm beim Entwurf für das neu zu errichtende Berlin Rathaus. Bevor er ein eigenes Architekturbüro „Hude & Hennicke“ gründete, war er bis 1861 königlicher Regierungs-Baumeister und Architekt. Zahlreiche Bauwerke wurden unter seiner Regie umgesetzt, so das Central-Hotel und das Hotel Kaiserhof an der Friedrichsstraße in Berlin, das Lessing-Theater in Berlin sowie die Kunsthalle in Hamburg. 1894 wurde er Mitglied in der Akademie für Bauwesen.

2. Erweiterungsbau

Der Erweiterungsbau im neoklassizistischen Stil wurde zwischen 1912 und 1919 aus hellem Muschelkalkstein errichtet. Die Entwürfe fertigten Alfred Lichtwark und Albert Erbe an. Für die Umsetzung beauftragten man Fritz Schumacher. Durch den Neubau wurde die Ausstellungsfläche auf 6.000 Quadratmeter vergrößert. Es entstand ein neuer Haupteingang gegenüber dem Hauptbahnhof mit einem markanten Rundbau gekrönt von einer Kuppel.

Alfred Lichtwark

Der Kunsthistoriker Lichtwark war ab 1886 Direktor der Kunsthalle Hamburg. Er erblickte 1852 in Hamburg-Reitbrook (Vierlande) das Licht der Welt als Sohn eines Müllers. Er besuchte das Christianeum Gymnasium in Altona und studierte, dank eines Stipendiums, Kunst in Dresden, Leipzig und Berlin. Unter ihm wurde die Sammlung der Kunsthalle durch Käufe der Stadt Hamburg stark ausgebaut. Der Lichtwark-Preis wird seit 1951 alle fünf Jahre vom Senat der Stadt Hamburg an Maler, Zeichner und Bildhauer vergeben. Zu seinen Freunden zählten der Maler Max Liebermann. Die Lichtwarkschule in Hamburg-Winterhude wurde später nach ihm benannt. Auch die Gründung des Museums für Hamburgische Geschichte geht auf Alfred Lichtwark zurück.

Albert Erbe

Erbe, 1868 in Weilburg geboren, war ein deutscher Architekt. Als Sohn eines Tünchermeisters (Maler) studierte er bis 1892 an der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg Architektur. Nach seiner Tätigkeit im Hochbauamt Wiesbaden, kam er auf Empfehlung als Baumeister 1. Klasse nach Hamburg zu Carl Johann Christian Zimmermann. Zimmermann gilt als architektonischer Schöpfer der Hamburger Speicherstadt. 1906 wurde Erbe zum Bauinspektor ernannt und wurde Leiter des Entwurfsbüros des Hochbauamt Hamburg. Von da an entwarf er alle Schulbauten in der Hansestadt. Als Erbe den scheidenden Zimmermann nicht beerben durfte, wechselte er zum Hochbauwesen nach Essen. Seine Entwürfe im Stil des Neubarock und der Neorenaissance und enthalten häufig Klinkerfassaden. Von ihm stammt der Rundbau des Erweiterungsbaus der Kunsthalle sowie die Polizeiwache am Klingberg neben dem Chilehaus.

Fritz Schumacher

Der Bremer Fritz Schumacher wurde als Sohn des Juristen der Handelskammer Bremen, Albrecht Schumann 1869 geboren. Nach seinem Studium an der Technischen Hochschule München wurde er Architekt und Stadtplaner. Während seines Studiums arbeitete er im Architekturbüro von Gabriel von Seidl, einem Anhänger des Historismus. Im Anschluss arbeitete er unter Hugo Licht im Stadtbauamt in Leipzig und kam so in Kontakt zum Maler und Bildhauer Max Klinger. Von 1901 bis 1908 war Schumacher Professor an der Technischen Hochschule Dresden bevor er vom Hamburger Bürgermeister Mönckeberg zum Oberbaudirektor berufen wurde. Sein Vorgänger war Carl Johann Christian Zimmermann. Als Stadtplaner war Schumacher prägend für die Hansestadt. Fritz Schumacher hat als Vertreter der Reformarchitektur (Architekturstil der sich vom Historismus abwandte) unter anderem die Finanzbehörde am Gänsemarkt, das Bernhard-Nocht-Institut, die Volksschule Veddel, die Davidwache (Polizeiwache an der Reeperbahn) sowie dem Geschwister-Scholl-Haus in Leipzig. Er ist Mitbegründer des Deutschen Werkbundes, einer wirtschaftskulturellen Vereinigung von Architekten, Unternehmern und Künstlern.

Kunsthalle am Glockengießerwall

Kunsthalle am Glockengießerwall

3. Galerie der Gegenwart

Die Galerie der Gegenwart wurde 1997 als Ausstellungsraum für zeitgenössischer Kunst nach Plänen Oswald Mathias Ungers errichtet. Es ist der neueste der zwei Erweiterungsbauten der Hamburger Kunsthalle. Unger der 2007 in Köln verstarb, war ein deutscher Architekt aus Kaisersesch und bekannt durch seine Gebäude-Entwürfe am Frankfurter Messeglände, dem Alfred-Wegener-Institut sowie dem Contrescarpe-Center in Bremen. Der fünfstöckige Kubus artige Bau stellt auf einer Fläche von 5.600 Quadratmeter Platz für Werke der Pop Art, Fotografien sowie Medien bereit. Die Fassade besteht aus hellem Sandstein aus Portugal sowie roten Granit aus Schweden. Im Inneren befindet sich eine zentrale Halle sowie das Café „The Cube“.

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About Chris

Chris ist Hobbyfotograf aus dem schönen Hamburg mit einem Faible für architektonische Tag- und Nachtaufnahmen, Geschichte und der Hansestadt Hamburg. Google+

3 comments

  1. Der Artikel ist wirklich informativ. Das Thema hat mich schon lange interessiert.
    Ich kann es kaum erwarten, weitere Blogeinträge zu lesen. Danke und Grüße aus Heidelberg Marco Feindler

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