Museum der Arbeit in Barmbek Trudes zweites Zuhause in Hamburgs Arbeiterviertel

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Im Jahr 1871 entsteht am Osterbekkanal im Norden Hamburgs eine Gummifabrik. Sie sollte schnell zu Barmbeks größtem Arbeitgeber heranwachsen und den Ruf des Viertels als “Arbeiterstadtteil” untermauern.

Die New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie (NYH)

Am Osterbekkanal sieht man noch die Überreste der ehemaligen Gummifabrik NYH. Sie wurde im Jahr 1871 auf dem freien Feld verkehrsgünstig neben dem Kanal errichtet. Gründer waren die beiden ehemaligen Mitarbeiter der Harburger Gummi-Kamm-Compagnie. Einst war die New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie Barmbeks größter Arbeitgeber. Die Fabrikarbeiter wohnten gleich neben der Fabrik, damit der Arbeitsweg sich in Grenzen hielt. Einst wurde hier aus Rohkautschuk Hartgummi hergestellt. Mit diesem Material ließen sich dann Kämme, Schreibutensilien und Raucherartikel herstellen.

New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie (NYH)
New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie (NYH)

Über den angrenzenden Osterbekkanal konnten Rohmaterialien angeliefert werden und fertig Produkte verschifft werden. Da die Fabrik bereits im Zollinland des Deutschen Reiches lag, mussten die Waren nicht mehr verzollt werden. Ein großer Vorteil für den Absatz.

   

Die Fabrik wächst und mit ihr die Wohnquartiere

Im Jahr 1916 lag die mehrmals vergrößerte Fabrik schon mitten in den Wohnquartieren der Arbeiter. Ein stetiger Gummigeruch umgab das gesamte Areal. Die Geschäfte laufen gut und so übernimmt man die Harburger Gummi Kamm Compagnie im Harburger Hafen. Dieser Kauf sollte sich später noch als nützlich erweisen.

Zu Zeiten des 2. Weltkriegs konnte kein Naturkautschuk mehr importiert werden und so entwickelte die I. G. Farben eine Methode, Synthetischen Kautschuk aus Butadien (farbloses Gas) und Natrium herzustellen. Auch die NYH setze in der Fertigung von nun an auf das neuen “Buna” Ersatzmaterial. Im Jahr 1944 musste das Werk jedoch nach starken Bombardierungen schließen. 

“1951 bin ich weggegangen. Da hatte ich einen Stundenlohn von 1,94 oder 1,96 Mark, das war damals ein Spitzenlohn.” Hans Lübkert

Neubeginn und Umzug nach Harburg

Harburger Gummi Kamm Compagnie Harburg
Harburger Gummi Kamm Compagnie Harburg

Den Arbeitern war es zu verdanken, dass die Produktion 1954 mühsam wieder aufgenommen werden konnte. Allerdings fertigte man nun nicht mehr in Barmbek, sondern im Werk im Harburger Hafen. Das ehemalige Betriebsgelände am Osterbekkanal wurde an die Stadt verkauft. Die Stadt wusste allerdings lange Zeit nichts mit dem Gelände anzufangen.

   

Zwar zog Möbel Schulenburg in einen Teil der erhalten gebliebenen Gebäude ein, einen “Master-Plan” gab es jedoch nicht. So bekam in den 1980er Jahren die Museumsinitiative ihre Chance. Im Jahr 1997 eröffnete schließlich das Museum der Arbeit seine Tore auf dem Areal der ehemaligen NYH.

 

Harburger Gummi Kamm Compagnie Harburg
Harburger Gummi Kamm Compagnie Harburg

 

TRUDE und das Museum der Arbeit eröffnen

Trude und Restaurant
Trude und Restaurant

Im Jahr 1997 eröffnete schließlich das Museum der Arbeit sein Tore auf dem Areal der ehemaligen NYH. Es gehört zu den neun Standorten mit Museen der Stiftung Historische Museen Hamburg. Die Alte Zinnschmelze bekommt 2013 einen neuen Mieter. Hier zieht der Verein “Theater Jugend Hamburg” ein.

Zusammen mit der Bücherhalle Barmbek sowie der Volkshochschule bildet das Gebäude-Ensemble heute die “Kulturinsel” im Herzen des Arbeiterviertel Barmbeks. Zu guter Letzt erhält das Areal mit “Trude” noch ihr Wahrzeichen. Dabei handelt es sich um den Schneidkopf der Tunnelbohrmaschine (TBM) mit dem die neue Elbtunnelröhre gebohrt wurde. 

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Chris

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