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Hauptbahnhof Hamburg 1903 als Ersatz für damaligen 4 Hamburger Bahnhöfe gebaut

Der Hamburger Hauptbahnhof ist ein Durchgangsbahnhof und wurde 1903 als Ersatz für die verstreut liegenden Kopfbahnhöfe unterschiedlicher Bahngesellschaften errichtet und 1906 in Betrieb genommen.

Hauptbahnhof Hamburg

Hauptbahnhof Hamburg

Das Bahnhofsgebäude

Beim Hauptbahnhof handelt es sich um einen Reiterbahnhof, auch Sattel- oder Durchgangsbahnhof genannt, bei der das Empfangsgebäude gleich einer Brücke über den Gleisanlagen liegt. Die unter den Gebäudeteilen befindlichen Gleise zu den Regional- und Fernbahnen (IC und ICE) werden über Treppen und Rolltreppen und Aufzüge vom Nord- und Südsteg nach unten betreten. Der Nordsteg mit der großen Wandelhalle, nimmt in diesem Fall die Funktion der Empfangshalle ein. Die Haupthalle misst gewaltige 73 m Spannweite, ist 150 m lang, 114 m breit und 37 m hoch. Flankiert wird der monumentale Bau von zwei quadratischen und 45 m hohen Türmen.

Bau des Hauptbahnhof Hamburg

Im Jahr 1900 wurde eine Ausschreibung zur Gestaltung eines eindrucksvollen Hauptbahnhof Gebäudes ausgerufen. Die Berliner Architekten Heinrich Reinhardt und Georg Süßenguth, die seit 1894 gemeinsam ein Architekturbüro betrieben, gewannen den Wettbewerb. Das Architekten-Duo machte sich insbesondere einen Namen mit öffentlichen Gebäuden von Ämtern und Rathäusern. Darunter das Rathaus von Charlottenburg, Spandau, Treptow und Dessau. Aber auch das Altonaer Museum wurde von ihnen entworfen. Die technische Konzeption übernahm der Architekt und preußische Baubeamte Ernst Moeller aus Artlenburg. Zuvor zeigte sich Moeller für die technische Realisierung des Dammtor Bahnhofs verantwortlich (1903). Da Kaiser-Wilhelm II. der erste Bahnhofsentwurf überhaupt nicht gefiel, wurde dieser schließlich noch einmal überarbeitet.

Wandelhalle Kirchenallee

Wandelhalle Kirchenallee

Hamburger Bahnhöfe der Vorzeit

Der Hauptbahnhof ersetzte die folgenden vier bis dahin existierenden Kopfbahnhöfe:

  • Der Hannoversche Bahnhof stand auf dem Großen Grasbrook heute Lohseplatz und wurde 1872 errichtet Er wurde bis 1892 Venloer- oder Pariser-Bahnhof genannt. Eingerichtet wurde er von der Köln-Mindener-Eisenbahn-Gesellschaft (CME), die auch das Brücken-Viadukt südlich über die Elbe baute. Angebunden wurden über den Bahnhof, die Städte Hannover und Paris, das Ruhrgebiet und Rheinland. Nach dem Bau des neuen Hauptbahnhofs wurde der Hannoversche Bahnhof als Hauptgüterbahnhof genutzt. Am Lohseplatz in der heutigen Hafen City befindet sich Informationsstand der an die Deportation von Juden, Sinti und Roma über den Hannover Bahnhof erinnert.  
  • Der Lübecker Bahnhof (1864 – 1906) befand sich zwischen der Norder Straße und Spaldingstraße in Hammerbrook. Er verband die Hansestädte Hamburg mit Lübeck über Bad Oldesloe. Es gab jedoch auch Verbindungen nach Stettin und Travemünde. Betrieben wurde der Bahnhof von der Lübeck-Büchener Eisenbahn (LBE). Da der Bahnhof etwas abseits lag, wurde eine zusätzliche Anbindung zur Hamburger Innenstadt eingerichtet (anfangs von Pferden gezogen, später elektrifiziert).
  • Der Berliner Bahnhof befand sich an den heutigen Deichtorhallen zwischen Banks- und Amsickstraße (1857-1903 stillgelegt). Er diente der Verbindung Hamburgs mit Berlin über Bergedorf. Überspannt wurden die Gleise mit einer 148 m langen und 23,5 m hohen Halle aus Holz (zum Vergleich: Dammtor Bahnhof nur 112 m lang). Betreiber der Eisenbahnstrecke war die Berlin-Hamburger Eisenbahngesellschaft. Der ehemaliger Endbahnhof in Berlin (Hamburger Bahnhof) ist erhalten geblieben. 
  • Der Bahnhof Klosterthor am heutigen Hühnerposten wurde 1866 erbaut und lag kurz vor dem heutigen Hauptbahnhof. Er diente als Endpunkt der Verbindung Hamburgs mit Altona. Seine Gleise wurden 1906 zum ebenfalls neu entstandenen Postbahnhof Hühnerposten verlängert.

Hbf Panorama

Hbf Panorama

Wandelhalle, Nord- und Südsteg

An der nördlichen Seit des Bahnhofs befindet sich die Wandelhalle parallel zum Nordsteg. Über ihre beiden Haupteingänge an der West- (Glockengießerwall) und Ostseite (Kirchenallee) gelangt man ins Innere der Halle. Zahlreiche Geschäfte und Gastronomiebetriebe laden auf 7.600 qm an 7 Tagen der Woche zwischen 6-23 Uhr zum Flanieren und Shoppen auf zwei Ebenen ein. Früher befanden sich hier die Wartesäle der 1-4. Klasse. Der Südsteg umfasst ebenfalls zwei Eingänge zum Bahnhof und verfügt über zahlreiche Geschäfte und Imbisse.

Wandelhalle Glockengießerwall

Wandelhalle Glockengießerwall

Hamburger Verkehrs Verbund (HVV)

Durch den Hamburger Hauptbahnhof führen auch alle S-Bahn Linien der S-Bahn Hamburg GmbH (Deutsche Bahn) (S1, S11, S2, S21, S3 und S31), sowie die vier U-Bahn Linien der Hamburger Hochbahn AG (U1 und U3 im Südteil sowie U2 und U4 im Nordteil). Zusammen mit weiteren Verkehrsbetrieben wie zum Beispiel der HADAG (Hafenbarkassen) der NOB, Metronom und AKN (A1-A3) bilden Sie zusammen den Hamburger Verkehrs Verbund (HVV).

Kriegsschäden und Wiederaufbau

Im 2. Weltkrieg wurde auf der Ost- und Westseite große Bunkeranlagen zum Personenschutz mit über 3000 Plätzen eingerichtet. Trotz der Tarnung des Hauptgebäudes wurde der Bahnhof stark in Mitleidenschaft gezogen. Nach dem Krieg wurde sogar dessen Abriss ernsthaft in Erwägung gezogen, jedoch glücklicherweise nicht umgesetzt. Stattdessen wurde der gesamte Komplex in den 70er Jahren komplett restauriert. Die Wandelhalle musste zu diesem Zweck jedoch komplett abgerissen und originalgetreu wieder aufgebaut werden. 1991 konnte die Halle mit dem ersten Einkaufszentrum in einem Hauptbahnhof neu eröffnet werden.

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About Chris

Chris ist Hobbyfotograf aus dem schönen Hamburg mit einem Faible für architektonische Tag- und Nachtaufnahmen, Geschichte und der Hansestadt Hamburg.
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