Kirchen

St. Katharinenkirche in Hamburg

Geschichte, Architektur und Bedeutung einer der ältesten Hauptkirchen Hamburgs

Die St. Katharinenkirche ist eine der fünf evangelisch-lutherischen Hauptkirchen Hamburgs und zählt zu den ältesten erhaltenen Sakralbauten der Stadt. Sie befindet sich am östlichen Rand der Hamburger Altstadt, in unmittelbarer Nähe zur Speicherstadt und zum historischen Hafen. Über Jahrhunderte war sie eng mit der Seefahrt, dem Handel und dem Leben der Kaufleute verbunden.

Geschichte und Entstehung

Die Anfänge der Kirche reichen bis in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts zurück. Der Bau begann vermutlich um 1250 und erfolgte in mehreren Bauphasen. Bereits früh entwickelte sich St. Katharinen zu einer bedeutenden Pfarrkirche für die Bevölkerung im Hafen- und Handelsviertel.

Im Mittelalter war die Kirche ein wichtiger geistlicher Anlaufpunkt für:

   
  • Seeleute
  • Kaufleute
  • Hafenarbeiter
  • Handwerker der umliegenden Quartiere

Der Name der Kirche geht auf Katharina von Alexandrien zurück, eine frühchristliche Märtyrerin, die als Schutzpatronin unter anderem von Gelehrten und Handwerkern verehrt wurde.

Zerstörung und Wiederaufbau

Während der Luftangriffe auf Hamburg im Zweiten Weltkrieg wurde die St. Katharinenkirche im Jahr 1943 schwer beschädigt. Das Dach brannte vollständig aus, große Teile der Innenausstattung gingen verloren.

Der Wiederaufbau begann Anfang der 1950er-Jahre und wurde 1957 abgeschlossen. Dabei orientierte man sich an der historischen Bausubstanz, kombinierte diese jedoch mit modernen Elementen. Ziel war es, die Kirche wieder als funktionalen Gottesdienst- und Kulturraum nutzbar zu machen.

„Die St. Katharinenkirche war über Jahrhunderte ein geistliches Zentrum für Seefahrt und Handel in Hamburg.“

   

 

Architektur

Die St. Katharinenkirche ist eine dreischiffige Hallenkirche im Stil der norddeutschen Backsteingotik. Dieser Baustil ist typisch für den Ostsee- und Hanseraum und zeichnet sich durch den Einsatz von rotem Backstein, klare Formen und hohe Gewölbe aus.

Architektonische Merkmale:

  • Backsteinbau mit schlichten Fassaden
  • Großzügiger, offener Innenraum
  • Hohes Kreuzrippengewölbe
  • Markanter Westturm als städtebauliches Wahrzeichen

Größe und bauliche Fakten

Zentrale Kennzahlen:

  • Baubeginn: ca. 1250
  • Baustil: Backsteingotik
  • Kirchenform: dreischiffige Hallenkirche
  • Länge des Kirchenschiffs: ca. 80 Meter
  • Turmhöhe: ca. 115 Meter
  • Wiederaufbau nach Zerstörung: 1950–1957

Der Turm der St. Katharinenkirche zählt zu den höchsten Kirchtürmen Hamburgs und war früher ein wichtiger Orientierungspunkt für Schiffe auf der Elbe.

   

Bedeutung als Kirche der Seefahrer

St. Katharinen wurde über Jahrhunderte als „Kirche der Seefahrer“ bezeichnet. Ihre Lage nahe am Hafen machte sie zu einem spirituellen Zentrum für Menschen, die auf See arbeiteten oder im Handel tätig waren.

Vor Auslands- und Handelsreisen:

  • baten Seeleute um Schutz und Segen
  • wurden Dankgottesdienste nach erfolgreichen Fahrten abgehalten
  • fanden Gedenkfeiern für auf See Gebliebene statt

Diese maritime Prägung unterscheidet St. Katharinen bis heute von den anderen Hamburger Hauptkirchen.

Die Orgel der St. Katharinenkirche

Eine besondere Rolle spielt die Orgel der Kirche. Bereits im 17. Jahrhundert besaß St. Katharinen ein bedeutendes Instrument, das unter anderem von Johann Sebastian Bach gespielt und geschätzt wurde.

   

Die heutige Orgel wurde nach historischem Vorbild neu gebaut und 2017 eingeweiht. Sie zählt zu den größten und klanglich vielseitigsten Orgeln Hamburgs und wird regelmäßig für Konzerte genutzt.

St. Katharinenkirche Hamburg heute

Heute versteht sich die Kirche als offene Stadtkirche. Neben regelmäßigen Gottesdiensten finden dort statt:

  • Konzerte
  • kulturelle Veranstaltungen
  • Vorträge und Diskussionsformate
  • Ausstellungen

Die Kirche verbindet religiöse Nutzung mit kultureller Offenheit und ist fester Bestandteil des öffentlichen Lebens in der Hamburger Innenstadt.

St. Katharinen ist eine von fünf Hamburger Hauptkirchen

Hamburg verfügt über fünf Hauptkirchen, die innerhalb der alten Stadtmauer lagen. Dazu zählen die folgenden evangelischen Gotteshäuser:

   

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Wann wurde die St. Katharinenkirche erbaut?

Der Bau begann vermutlich um 1250 im 13. Jahrhundert.

Wie hoch ist der Turm der St. Katharinenkirche Hamburg?

Der Turm ist etwa 115 Meter hoch.

Warum gilt St. Katharinen als Kirche der Seefahrer?

Durch ihre Nähe zum Hafen war sie über Jahrhunderte die wichtigste Kirche für Seeleute, Kaufleute und Hafenarbeiter.

Wurde die Kirche im Krieg zerstört?

Ja, sie wurde 1943 schwer beschädigt und später wieder aufgebaut.

Ist die Kirche heute noch aktiv?

Ja, sie wird für Gottesdienste, Konzerte und kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Gibt es eine besondere Orgel?

Ja, die heutige Orgel wurde 2017 eingeweiht und orientiert sich an historischen Vorbildern.

Hier findest du die Kirche auf meiner Karte:

Christoph

Hallo ich bin Chris, Hobbyfotograf und Tourismus-Blogger aus dem schönen Hamburg. Ich habe ein Faible für Geschichte, Architektur sowie Naturaufnahmen. Folge mir auf Google Maps oder hier:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"

Werbeblock erkannt

Bitte unterstützen Sie uns, indem Sie Ihren Werbeblocker deaktivieren