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Alter Elbtunnel Technisches Meisterwerk aus von 1911

Der Alte Elbtunnel in Hamburg verbindet seit 1911 die St. Pauli Landungsbrücken mit der Elbinsel Steinwerder.

Alter Elbtunnel - Zugang an den St. Pauli Landungsbrücken

Alter Elbtunnel – Zugang an den St. Pauli Landungsbrücken

Bau des Alten Elbtunnels

Die wachsende Zahl an Arbeitern, die zu den Hafenanlagen und Werften auf der Insel Steinwerder pendelten, wuchs bis 1900 stetig an. Hafenfähren wurden für diesen Verkehr eingesetzt. Diese waren den Passagierzahlen jedoch bald nicht mehr gewachsen und auch von der Witterung abhängig. Erst um 1901 entschied sich der Senat der Stadt Hamburg für den Bau einer festen Elbquerung in Form eines Tunnels. Das Großprojekt kostete 10,7 Millionen Goldmark und wurde im Juli 1907 in Angriff genommen. Unter der Leitung des Wasser Baumeisters Otto von Stockhausen entstand das Meisterwerk der Ingenieurskunst. Über 4.400 Arbeiter waren am Bau des alten Elbtunnels beteiligt. 23 Meter unter dem Wasser wurden die Röhren im Schildvortrieb unter Pressluftdruck durch die Erde getrieben. Die feierliche Einweihung erfolgte im September 1911 durch Kaiser Wilhelm II.. Die ausführende Baufirma war die damalige Holzmann & Cie GmbH aus Frankfurt, aus der 1917 der Philipp Holzmann AG Baukonzern hervorging. 2002 ging das Unternehmen in die Insolvenz. 

St. Pauli Landungsbrücken und Alter Elbtunnel Kuppelbau

St. Pauli Landungsbrücken und Alter Elbtunnel Kuppelbau

Otto Stockhausen

Otto Christian Wilhelm Stockhausen wurde 1878 in Amorbach als Sohn eines Försters geboren. Nach seinem Abitur in Darmstadt wechselte er an die dortige Technische Universität zum Studium der Ingenieurwissenschaften und später auch an die TH Berlin. Die Bauführerprüfung erhielt er mit Auszeichnung im Jahr 1901. Stockhausen wechselte daraufhin zur 2. Sektion der Hamburger Baudeputation, um sich mit Konstruktionen im Wasserbau zu beschäftigen. 1903 wurde er Wasserbaudirektor und später Baumeister in Cuxhaven. Seine Direktion entsandte den farbenblinden Ingenieur häufige zu Projekten nach Hamburg, die in Zusammenhang mit dem Tunnelbau standen. 1907 wurde er mit der Projektleitung für den Bau eines Elbtunnels beauftragt. Während der Konstruktionszeit soll er in unmittelbarer Nähe der Baustelle gewohnt haben und sogar seine Heirat aufgeschoben haben. Eine Kachel im Nordturm erinnert an den Tunneldurchbruch. Stockhausen verstarb im 1. Weltkrieg bei Kämpfen in Flandern.

Otto Stockhausen

Otto Stockhausen

Ein Wahrzeichen der Stadt Hamburg

Der Bau des Alten Elbtunnels orientierte sich am Tunnel Clyde im schottischen Glasgow. Er besteht aus zwei Kuppel Gebäuden, die am Ende der St. Pauli Landungsbrücken und auf der Elbinsel Steinwerder stehen. Dieser südliche Bau steht in unmittelbarer Nähe zur Blohm & Voss Schiffswerft und wurde im 2. Weltkrieg stark beschädigt. Die Kuppelbauten beinhalten die Maschinen für die vier großen Fahrkörbe (Aufzüge), die Menschen und Fahrzeuge seit 1911 in fast 24 Meter Tiefe transportieren. Die Gestaltung der der Bauten übernahmen das Altonaer Architekturbüro Raabe und Wöhleke, die auch schon die Gebäude der Landungsbrücken schufen. Der Bildhauer H. Perl schuf die keramischen Plastiken. Als Baumaterial wurden hauptsächlich Tuffstein, Basalt und Granit sowie Backstein eingesetzt. Die beiden gekachelten Tunnelröhren sind 426,50 Meter lang und haben einen Durchmesser von je sechs Metern. Sie sind glasierten Kacheln mit Motiven von Meerestieren verziert. 

Bau eines neuen Elbtunnels

In den 70 er Jahren wurde der Bedarf für eine neue Elbquerung westlich der Landungsbrücken immer größer. Bis dahin führte der Hauptverkehr für Pkw und Lkw über die östlichen Landungsbrücken. 1975 entstand nach sieben Jahren der neue Elbtunnel mit drei Röhren und sechs Fahrspuren der Autobahn A7. Der Tunnel verbindet die beiden Hamburger Stadtteile Othmarschen mit Waltershof im Süden. Bereits 2002 ergänzte man dieses Bauwerk um eine weitere Röhre auf jetzt acht Spuren.

Restaurierung

Um das über 100 Jahre alte und lebendige Wahrzeichen langfristig zu erhalten, wurden umfangreiche Sanierungsarbeiten notwendig. Bis 2016 wurde die östliche Tunnelröhre restauriert. 2019 soll dann auch die Erneuerung und Reparatur des westlichen Tunnels abgeschlossen sein. Insgesamt 200.000 Nieten und Schrauben, die die runden Stahlrippen zusammenhalten und Undichtigkeiten aufwiesen, wurden ausgetauscht. Zwischenzeitlich mussten die Reparaturmaßnahmen ruhen, da schädliche Stäube und Blei, das Arbeiten unsicher machte.

Heutige Nutzung

Der bei Touristen beliebte alte Elbtunnel kann derzeit als Einbahnstraße für PKWs von Steinwerder nach St. Pauli zwischen 13 bis 18 Uhr genutzt werden. Am Samstag, Sonntag und an den Feiertagen ist der Tunnel hingegen geschlossen. Für Fußgänger und Radfahrer ist er jedoch durchgehend in beide Richtungen geöffnet. Die beiden Tunnel können auch über die Treppen in den Kuppelbauten erreicht werden. Sie erreichen den Elbtunnel über die U- und S-Bahn Station Landungsbrücken.

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About Chris

Chris ist Hobbyfotograf aus dem schönen Hamburg mit einem Faible für architektonische Tag- und Nachtaufnahmen, Geschichte und der Hansestadt Hamburg.
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