Speicherstadt
UNESCO-Weltkulturerbe und Wahrzeichen der Hansestadt

Die Speicherstadt Hamburg ist das weltweit größte zusammenhängende Lagerhausensemble und seit 2015 ein anerkanntes UNESCO-Weltkulturerbe. Mit ihrer markanten Backsteinarchitektur, den Kanälen (Fleeten) und ihrer einzigartigen Lage direkt an der Elbe gehört sie zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Entstehung der Speicherstadt: Warum wurde sie gebaut?
Die Geschichte der Speicherstadt beginnt im späten 19. Jahrhundert. In einer Zeit, in der Hamburg rasant wuchs und sich zu einem der wichtigsten Handelszentren Europas entwickelte.
Der Hintergrund: Zollanschluss und wirtschaftlicher Wandel
Im Jahr 1881 trat Hamburg dem Deutschen Zollverein bei. Damit änderten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entscheidend: Innerhalb des Stadtgebiets sollten künftig Zölle auf eingeführte Waren erhoben werden. Ein erheblicher Nachteil für den florierenden Überseehandel, der von zollfreier Lagerung lebte.
Die Lösung: Hamburg erklärte einen Teil seines Hafengebiets zum Freihafengebiet, in dem die Kaufleute ihre Waren weiter zollfrei umgeschlagen und lagern konnten. Um dieses Areal zu schaffen, mussten ganze Stadtteile weichen. Darunter Teile der Altstadt auf den Elbinseln Kehrwieder und Wandrahm. Über 20.000 Menschen, meist Hafenarbeiter, wurden umgesiedelt.
Der Bau: Eine technische und städtebauliche Meisterleistung
Ab 1883 begann der Bau der Speicherstadt – ein Großprojekt, das in mehreren Bauabschnitten bis etwa 1927 abgeschlossen wurde. Die Hamburger Freihafen-Lagerhaus-Gesellschaft (HFLG), später HHLA, koordinierte die Planung. Es entstanden hochmoderne Lagerhäuser mit direktem Zugang zu Wasser und Straße. Ideal für den Warenumschlag per Schiff und Kutsche (später Lkw).
Die Gebäude ließ man aus rotem Klinker im Stil der Neugotik errichten – mit Ziergiebeln, Türmchen und aufwendigen Fassaden. Im Inneren verfügten sie über Laderampen, Lastenaufzüge und Zwischendecken für verschiedene Warentypen – vom empfindlichen Tee bis zum schweren Rohkaffee.
Von der Lagerstätte zum Kulturerbe
Ursprünglich diente die Speicherstadt der zollfreien Lagerung und Veredelung von Importgütern aus aller Welt: Kaffee, Tee, Gewürze, Tabak, Kakao, Orientteppiche und viele weitere Waren wurden hier zwischengelagert, sortiert und geprüft.
Mit dem wirtschaftlichen Strukturwandel ab den 1970er-Jahren verlor das Viertel seine ursprüngliche Funktion nach und nach. Doch statt in Vergessenheit zu geraten, ließ man die Speicherstadt behutsam umwandeln: in einen Ort für Kultur, Kreativwirtschaft, Tourismus und städtisches Leben – ohne ihren einzigartigen Charakter zu verlieren.
Heute: Die Speicherstadt als Hamburger Wahrzeichen
Heute zählt die Speicherstadt zu den meistbesuchten Orten der Stadt. Besucher aus aller Welt kommen, um zwischen den historischen Fassaden zu flanieren, durch die Museen zu schlendern oder einfach die besondere Atmosphäre am Wasser zu genießen.
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