Museen, Kunst und KulturSchlösser

Wasserschloss Ahrensburg Ein Juwel der Renaissance

Das Wasserschloss Ahrensburg von 1585 liegt nordöstlich vor den Toren der Stadt Hamburg. Als Juwel der Renaissance ist es zudem eines der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Schleswig-Holsteins. 

Der Bauherr Peter Rantzau

Die Erbauung von Schloss Ahrensburg geht zurück auf Peter Rantzau, Ratgeber von Friedrich II von Dänemark, sowie Amtmann von Flensburg. Der ursprüngliche Sitz der Adelsfamilie von Rantzau liegt in Plön in Schleswig-Holstein. Nach dem Tod seines Bruders und Feldherren Daniel Rantzau beim Kampf um die schwedische Festung Varberg 1569, erbte er dessen Ländereien. Hierzu gehörten die Burg Tondern in Dänemark sowie die vier Dörfer Woldenhorn (heute Ahrensburg), Ahrensfelde (mit der Burg Arnesvelde), Meilsdorf und Bünningstedt. Umgehend ließ er die beiden alten Burgen abreißen und durch Wasserschlösser ersetzen. Das adelige Gut Ahrensburg am idyllischen Hunnautal, einem Zufluss der Alster, konnte er samt Schloss im Jahr 1585 fertigstellen. Auch die Schlosskirche von 1596 und die „Gottesbuden“ genannten Sozialwohnungen gehen auf Peter Rantzau zurück. 

Standort der ehemaligen Burg Arnesvelde:

Heinrich Carl von Schimmelmann

Nach 90 Jahren wechselte das wirtschaftlich im Niedergang befindliche Schloss Ahrensburg seinen Besitzer. Der deutsch-dänische sowie adelige Kaufmann Heinrich Carl erwarb das gesamte Anwesen. Sein Vermögen hatte Schimmelmann durch den sogenannten „Dreieckshandel“ gemacht. Dabei wurden einfache Stoffe und Schmuck nach Afrika per Segelschiff transportiert. Vor Ort kaufte man Sklaven, die man nach Nordamerika und die Karibik brachte.

Auf dem Rückweg aus der „Neuen Welt“ brachte man schließlich Rum und Baumwolle mit nach Europa. Umso erstaunlicher war es, dass sich Carl von Schimmelmann in Ahrensburg für die Verbesserung der Lebensumstände der örtlichen Bevölkerung einsetzte. Seine heutige Gestalt verdankt das Schloss auch den Umbaumaßnahmen im Stil der Renaissance ab 1759. Dabei wurde auch die zuvor rote Backsteinfassade weiß getüncht. Die Familie blieb über sechs Generationen im Besitz des Schlosses. Erst im Jahr 1936 verkauften die durch die Weltwirtschaftskrise überschuldeten Grafen das Anwesen.

Wege zur Kultureinrichtung

Im 2. Weltkrieg versuchte man das Schloss unter Tarnnetzen zu verdecken, diente es doch Alliierten Bomber als sichtbare weiße Landmarke für den Anflug auf Hamburg. Jahre Später fanden hier über 400 Flüchtlinge eine vorübergehende Unterkunft. Dem Ahrensburger Hotelier Hans Schadendorff ist es zu verdanken, dass das Schloss erhalten blieb.

In den folgenden Jahrzehnten wurde die Trägerschaft „Verein Schloss Ahrensburg“ (Land, Kreis und Kreissparkasse) gegründet, die das Anwesen sanierte und ein Schlossmuseum eröffnete. Über 30.000 Besucher zählt Schloss Ahrensburg mittlerweile Jahr für Jahr und kann damit 2/3 seines Etats bestreiten. Diverse Veranstaltungen wie Konzerte, Hochzeiten, Ausstellungen sowie Spenden an die Stiftung Schloss Ahrensburg sorgen für weitere Einnahmen. Zum „Ahrensburger Schlossensemble“ gehört auch die Schlosskirche und der Marstall von 1845. In diesem finden regelmäßige Kunst- und Kulturveranstaltungen statt.

Wege zur Kultureinrichtung

Das Ahrensburger Schloss weist in seinem Innern kostbare Schätze in abwechslungsreichen Räumen auf. Darunter das holzvertäfelte Speisezimmer oder der prächtige Gartensaal in dem auch heute noch Konzerte und Trauungen stattfinden.

Viele Zimmer verfügen über kostbare Möbel, Gemälde, Porzellan aus Meißen oder Kristalllüster.

Hervorzuheben ist auch der Emkendorf-Saal mit seinem blauen Mobiliar oder das Pellicia-Kabinett mit kunstvoll gemalten Tapeten. Im Festsaal von 1855 erwartet den Besucher schließlich eine schöne Flötenuhr mit einer Melodie von Haydn.

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Chris

Chris ist Hobbyfotograf aus dem schönen Hamburg mit einem Faible für architektonische Tag- und Nachtaufnahmen sowie der Geschichte und Architektur der Hansestadt Hamburg.

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