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St. Jacobi Kirche Die Kirche der Pilger und Kaufleute

Jacobi ist eine der Hauptkirchen Hamburgs und wurde das erste Mal im Jahr 1255 erwähnt.

St. Jacobi Kirche an der Steinstraße

St. Jacobi Kirche an der Steinstraße

Kirche für Pilger nach Santiago de Compostela

Nicht zuletzt durch den Film „Ich bin dann mal weg“ mit Hape Kerkeling ist der Pilgerpfad nach Santiago de Compostela in Galizien (Spanien) in aller Munde. In Santiago soll sich das Grab des Apostels Jacobus des Älteren befinden. Als Startpunkt des beschwerlichen Pfades stehen z. B. Orte wie die St. Jacobi Kirche in Hamburg. So kam es auch, dass man eben an diesem Platz in frühen Zeiten eine kleine Kapelle für Kaufleute und Pilger errichtete. Die Kirche befand sich zunächst außerhalb der Stadtmauer an der heutigen Steinstraße, dem ersten befestigten Weg Hamburgs. Erst fünf Jahre später lag auch St. Jacobi innerhalb der Stadtbefestigung.

Vierschiffige Hallenkirche mit gotischer Sakristei

Zwischen 1350 und 1400 wurde die Kapelle durch eine dreischiffige Hallenkirche im gotischen Stil ersetzt. Erst 100 Jahre später entschlossen sich die Bauherren eine vierte Halle an der Südseite zu errichten und weihten diese 1508 ein. Um die Utensilien für den Gottesdienst aufzubewahren, benötigte man jedoch noch einen weiteren Raum. 1438 konnte auch dieser gotische Profanbau im Nordosten für Gewänder, Kelche, Hostienschalen, Leuchter und Bücher eröffnet werden. 1500 erhielt die Sakristei noch ein Obergeschoss mit einem Herrenzimmer für die kirchlichen Gremien. Hier entschied man über kirchliche und städtische Angelegenheiten. Der Raum ist mit Wappen von 1543 und Renaissance-Malereien verziert.

Der Kirchturm der Bleistift genannt wurde

Der massive Turm blieb erstaunlicherweise bis ins Jahr 1580 ohne Dach. Erst Baumeister aus Groningen in den Niederlanden fertigten eine welsche Haube an und krönten so die St. Jacobi Kirche. Da der Turm jedoch ein allzu hohes Gewicht aufwies, mussten in der Folgezeit viele Reparaturen durchgeführt werden.

1810 ersetzte man daraufhin den Turm samt Helm komplett. Der neue Kirchturm von 1826 erhielt dann eine spitze Form und wurde daher von den Hamburgern auch gern Bleistift genannt.

Sanierung nach Einsturz

Der Turm der St. Jacobi Kirche wurde 1944 durch Kampfmittel in Mitleidenschaft gezogen, fing Feuer und stürzte auf das Kirchenschiff. Das komplette Gebäude wurde so zerstört. Die kostbare Innenausstattung samt Arp-Schnitger-Orgel konnte jedoch zuvor in Sicherheit gebracht und so gerettet werden. 19 Jahre später begann die Wiederherstellung des Gotteshauses und des Turmhelms im mittelalterlichen Stil. 2001 erfolgte eine letztmalige Sanierung der Kirche bei der auch das Kupferdach erneuert wurde und in Folge dessen man auch die Kugel des 124,5 Meter hohen Turms restaurierte.

Kostbarkeiten in der Kirche

Die größte Kostbarkeit der Kirche ist mit Sicherheit die Arp-Schnitger-Orgel aus der Reformationszeit um das 16. Jahrhundert. ¼ der 4000 Pfeifen gehen dabei auf den Meister zurück, die restlichen wurden von den Hamburger Orgelbaumeistern Scherer und Fritzsche erstellt. Des weiteren verfügt Jacobi über eine zweite Orgel, genannt Kemper-Orgel aus dem Jahren 1960 bis 1968.

Die drei Altäre (Flügelretabel) stammen um die Zeit 1500 und bestehen aus dem Trinitatisaltar (Altar der Böttcher von 1510), dem Petrialtar (Altar der Fischer von 1508) und dem Lukasaltar (Altar der Maler von 1499). Die farbigen Kirchenfenster wurden 1957-1961 von Carl Crodel angefertigt. Original erhalten sind jedoch auch die Epitaphien (Erinnerungsmale zum Totengedächtnis), die Kanzel von Georg Baumann (1610) sowie die imposante, historische Stadtansicht Hamburgs von Joachim Luhn (1681).

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About Chris

Chris ist Hobbyfotograf aus dem schönen Hamburg mit einem Faible für architektonische Tag- und Nachtaufnahmen, Geschichte und der Hansestadt Hamburg. Google+
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