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Schloss Reinbek Niederländische Renaissance in Schleswig-Holstein

Schloss Reinbek liegt idyllisch gelegen am Mühlteich des aufgestauten Fluss Bille, östlich von Hamburg. Es ist ein wunderbares Zeugnis der niederländischen Renaissance in Schleswig-Holstein. Dabei war es in der Vergangenheit nur knapp dem Abriss entkommen.

Von Nonnen und Lübecker Truppen

Die Geschichte des Schlosses reicht fast 800 Jahre zurück. Damals entstand an diesem Ort ein Kloster für Nonnen. Die Ordensgemeinschaft der Zisterzienserinnen bestand bis zu den Wirren der Reformation. Alle Gebäude und Grundstücke wurden in der Folge an den Dänischen König Friedrich I. verkauft. Im Dänischen Bürgerkrieg, der zwischen den Jahren 1534 und 1536 andauerte, setzten Truppen aus Lübeck die Anlage in Brand und plünderten diese. 

Adolf I. von Schleswig-Holstein-Gottdorf

Herzog Adolf I.
Herzog Adolf I.

Auf die Kriegswirren folgte eine Gebietsteilung. Der neue dänische König Christian III. übertrug seinem Halbbruder Adolf I. das Herzogtum Schleswig-Holstein-Gottdorf. Hierzu zählten auch die Ländereien in Reinbek. Als Herzog stand er im Dienst von Kaiser Karl V. im Schmalkaldischen Krieg. Vergeblich hielt er um die Hand der englischen Königin Elisabeth I. an.

So heiratete im schließlich im späten Alter von 38, Christine von Hessen mit der er viele Nachkommen zeugte. Später mauserte er sich sogar zu einem der größten Bauherren im Raum Schleswig und Holstein. Zunächst modernisierte er das Schloss Gottorf in Schleswig, dann folgten Schloss Reinbek, Husum, Tönning und Trittau.

Das Jagdschloss Reinbek

Herzog Adolf I. verweilte nur zu gelegentlich in Schloss Reinbek. Als Nebenresidenz nutzte er es hauptsächlich, um auf Hirschjagd im benachbarten Sachsenwald zu gehen. Die eigentlichen

Ehemalige Schlosskirche im Flügel links
Ehemalige Schlosskirche im Flügel links

Regierungsaufgaben übernahmen sogenannte Kastellane für den Herzog. Ab dem Jahr 1620 diente das Anwesen den Witwen Christine von Hessen sowie Augusta von Dänemark als Alterswohnsitz. Den Dreißigjährigen Krieg überstand das Schloss, trotz Übernahmen durch die schwedischen und kaiserlichen Truppen, relativ unbeschadet. Als Schweden den Großen Nordischen Krieg gegen Dänemark verlor, ging auch Schloss Reinbek wieder an das Dänische Königshaus über.

Abriss: Rettung in letzter Sekunde

Die dänische Finanzbehörde entschloss sich aus wirtschaftlicher und politischer Sicht, viele Schlösser in Schleswig-Holstein abzureißen. Hiervon betroffen waren in der Folge auch die Schlösser in Reinfeld, Trittau und Ahrensbök. Nur dank eines Gutachtens des Regierungsbeamten und Architekten Christian Frederik Hansen, konnte der Abriss 1818 verhindert werden.

Die Preußen kommen nach Schloss Reinbek

Im Jahr 1866 ging das Herzogtum Holstein an Preußen über. Zwei Jahre zuvor hatte Dänemark

Plan von Schloss Reinbek
Plan von Schloss Reinbek

gegen Preußen gekämpft und verloren. Daraufhin diente Schloss Reinbek, bis zur Verlegung im Jahr 1873 nach Wandsbek, als Sitz des Landrats. Danach wechselte das Anwesen häufiger seinen Besitzer.

Familie Specht, die es als Hotel betrieb, verkaufte es weiter an Margarete von Patow, die hier ein „Erholungsheim Pniel“ einrichtete. Unbeschadet, wurden nach dem Zweiten Weltkrieg zahlreiche Flüchtlinge aus den Ostgebieten untergebracht.

Restaurant, Konzerte und Kunstausstellungen im Schloss Reinbek

Im Jahr 1972 kauft schließlich der Kreis Stormarn und die Stadt Reinbek das Schloss und ließ es durch den Architekten Horst von Bassewitz zwischen den Jahren 1977 und 1987 restaurieren. Heute beherbergt das Schloss

Restaurant Bringezu im Schloss Reinbek
Restaurant Bringezu im Schloss Reinbek

wechselnde Kunstausstellungen und Konzerte. Die historischen Innenräume können von Mittwoch bis Sonntag besichtig werden, genauso wie die malerische, englische Gartenanlage. Im vorzüglichen Restaurant Bringezu im Herzen des Gebäudes, kann man es sich nach dem Rundgang bei ausgezeichneter Küche und Kuchen gut gehen lassen.

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Chris

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