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Rathaus Hamburg Hier regieren Senat, Bürgerschaft und Bürgermeister

Das Rathaus Hamburg gehört zweifelsohne zu den touristischen Highlights der Hansestadt.

Neubau nach dem Großen Brand von 1842

Nachdem das alte Rathaus an der Trostbrücke über dem Nikolaifleet beim Großen Brand 1842 abgebrannt war, begnügte man sich zunächst mit einer provisorischen Unterbringung der Bürgerschaft im neu errichteten Gebäude der Patriotischen Gesellschaft von 1765. Das Gebäude wurde genau auf dem Baugrund des alten Rathauses errichtet. Zwischen den Jahren 1886 und 1897 wurde mit Neubau im Stil der Neorenaissance oder Neurenaissance begonnen.

Rathaus Hamburg

Rathaus Hamburg

Hamburger Rathaus im Stil der Neorenaissance

Die Neorenaissance ist eine Stilrichtung des Historismus im 19. Jahrhundert, die auf die Baukunst der Kulturepoche des 15. Und 16. Jahrhundert zurückgreift (ausklingendes Mittelalter). Der Begriff Renaissance entstammt der Französischen Sprache und bedeutet Wiedergeburt. Stilableger der Neorenaissance sind neben der italienischen vor allem die deutsche Renaissance (auch Nordische Renaissance). Vergleichbare Gebäude dieser Zeit sind das Rathaus Bielitz-Biala (Schlesien) oder Recklinghausen, die Staatsoper in Wien oder die Kunstakademien in München und Düsseldorf.

Rathaus mit Rathausplatz

Rathaus mit Rathausplatz

Verzögerungen beim Rathaus Neubau

Als Standort für das neue Rathaus Hamburg wählte man die Vorderseite der vom Großen Brand verschonten Börse. Der Bau verzögerte sich über die Jahre auf Grund des Wiederaufbaus der Stadt, der Deutschen Revolution (1848/49, auch Märzrevolution), der ersten Weltwirtschaftskrise (1857), der Choleraepedimie (1892) sowie weiterer Umstände. Mit der Planung wurde die Hamburger Architektengruppe des Rathausbaumeisterbundes um Martin Haller beauftragt, nachdem über 171 Entwürfe eingegangen waren.

Rathaus Hamburg

Rathaus Hamburg

Martin Haller

Haller war Sohn des Juristen Nicolaus Ferdinand Haller (späterer Bürgermeister) und kam 1835 in Hamburg zur Welt. Nach seinem Architekturstudium in Berlin, Potsdam und Paris ließ er sich Hamburg nieder und setzte Bekannte Gebäude wie das Stellahaus, den Alsterpavillon, das Afrikahaus, das US-Generalkonsulat oder das der Dresdner Bank am Jungfernstieg plante und deren Bau umsetzte. Hallers Gebäude waren die ersten modernen Gebäude mit Aufzug (Paternoster), elektrischen Licht und Zentralheizung.

Rathaus Hamburg mit Rathausmarkt

Rathaus Hamburg mit Rathausmarkt

Das neue Rathaus Hamburg

Das neue Rathaus Hamburg zeichnet sich durch seine 111 Meter breite Granit- und Sandsteinfassade aus. Der Turm ragt 112 Meter in die Höhe. Das Eingangsportal wird von schmiedeeisernen Kunstfiguren und dem Hamburger Wappen umfasst. Dahinter verbirgt sich die eindrucksvolle achteckige Turmhalle mit acht Rippen an der Decke. An der Hauptfassade in den Fensternischen, finden sich Figuren von 20 deutschen Kaisen und Königen, auf dem Dach Abbildungen 28 bürgerlicher Berufe. Die Dächer wurden mit Schutzpatronen und Heiligenfiguren geschmückt. Im Innenhof steht der Hygieia-Brunnen von 1895/1896 von Joseph von Kramer der nach der Choleraepidemie von 1892 errichtet wurde. Im vierten Bild unten zu sehen: Die anliegende Handelskammer Hamburg mit der alten Börsenhalle und der Commerzbibliothek.

Weibliche Hygieia Bronzestatue mit Brunnen im Innenhof

Die weibliche Hygieia Bronzestatue (griechisch „Gesundheit“, daraus abgeleitet das Wort „Hygiene“ = der Gesundheit dienlich) ist eine Allegorie / Anspielung auf den Begriff „Gesundheit“. 647 Räume umfasst das Rathaus, der größte davon ist der Große Festsaal in dem auch die jährliche Matthiae-Mahlzeit (Convivium Eines Ehrbaren Rates) stattfindet. Im sogenannten Plenarsaal tagt die Hamburger Bürgerschaft. 1997 wurde das Rathaus umfassend restauriert und erstrahlt seitdem im alten Glanz. Rathausführungen finden das ganze Jahr über täglich statt. Auf dem Rathausmarkt finden jährliche Feste und Veranstaltungen statt. Besonders schön ist das Jahr für Jahr stattfindende Weinfest und der Weihnachtsmarkt.

Ratsweinkeller Parlament

Der Ratsweinkeller befindet sich direkt unter dem Rathaus. Hier nahm schon Otto von Bismarck aus dem nahen Friedrichsruh sein Frühstück zusammen mit einer Flasche Champagner ein. Eröffnet wurde der Ratskeller bereits kurz vor Abschluss der Bauarbeiten am Rathaus um 1896. Der urige Ratskeller verfügt über einzigartige Gewölbedecken und original Fresken an den Wänden. Der Eingang zum heute Parlament genannten Restaurant befindet sich auf der linken Seite vom Rathaus. www.parlament-hamburg.de

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About Chris

Chris ist Hobbyfotograf aus dem schönen Hamburg mit einem Faible für architektonische Tag- und Nachtaufnahmen, Geschichte und der Hansestadt Hamburg.
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