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Hammaburg Die Keimzelle Hamburgs

Die Hammaburg ist die Keimzelle der Hansestadt Hamburg und dessen Namensgeber.

Die Keimzelle Hamburgs

Bei der Hammaburg handelte es sich um eine Niederungsburg (Burg die im Flachland gebaut wurde) die im 7. und 8. Jahrhundert zur Zeit des Frankenreichs entstand. Nach Ausgrabungen wurde 2014 bekannt gegeben, dass der Domplatz am Speersort als Standort der Hammaburg in Frage käme, was andere Forscher jedoch erneut bezweifeln. Die Suche nach der Hammaburg geht somit in eine neue Runde.

Hammaburg auf dem Areal des Domplatz

Hammaburg auf dem Areal des Domplatz

Namensgebung und Wappen von Hamburg

Der Name Hammaburg hat seinen Ursprung in den altsächsisch, mittelniederdeutsch und friesischen Begriffen Ham, Hamme, Haam und bedeutet so viel wie „winkelförmige Landzunge an einer Flussbiegung“. Hamburg war somit eine Befestigungsanlage an einer Flussbiegung, die nördlich, westlich und südlich von der mäandernden Alster umgeben war. Das Wappen der Freien und Hansestadt Hamburg mit der Hammaburg.

Wappen von Hamburg mit der Hammaburg

Wappen von Hamburg mit der Hammaburg

Bau der Hammaburg

Am Geestrücken zwischen den Flüssen Bille und Alster zwischen dem 7. und 8. Jahrhundert die Fluchtburg errichtet. Der Geestrücken, bzw. die Geest ist eine eiszeitliche Sandablagerung, die während der Eiszeit entstand. Die Bruchkannte des Geesthangs verläuft in Hamburg parallel und beidseitig der Elbe von Osten nach Westen. Die Hammaburg war anfangs 50 dann 75 Meter im Durchmesser und wurde von einem 5-6 Meter hohen und 15 Meter breiten Wall umgeben. Für den Bau des Erdwalls wurden vermutlich über 10.000 Holzpfähle als Palisaden für den Erdwall und 20.000 Kubikmeter Erde verwendet. 845 überfielen die Wikinger die Hammaburg und zerstörten diese. Erst 55 Jahre später entstand eine neuere und größere Befestigungsanlage, die einen Durchmesser von 140 Meter gehabt haben soll und die Marienkirche schützte (auch Domburg genannt).

Mariendom im Innern der Hammaburg

Die Hammaburg umfasste eine Fläche von rund einem Hektar. In dessen Inneren befand sich zunächst eine einfache Kapelle, später dann die hölzerne Marienkirche des Bistums sowie weitere Klostergebäude der Benedektiner-Mönche. Auf dem Gelände der Marienkirche befindet sich heute die St. Petri Kirche. Zwischen dem 11. und 12. Jahrhundert wurde aus der Marienkirche ein mächtiger gotischer Dom (ab dem 15. Jahrhundert) aus Backstein, der bis 1807 bestand und dann abgerissen wurde. Bis 1943 stand auf dem Gelände des Doms das klassizistische Schulgebäude des Johanneums. An die Pfeiler des Mariendoms sollen heute die weißen Sitzplätze auf dem Domplatz erinnern die im Dunklen leuchten. Im Königshof des Grafen gab es eine Garnison mit rund 50 Mann. Schnell siedelten sich Handwerker, Fischer und Kaufleute zu Fuße der Hammaburg im Westen an und erreichten im Laufe der Zeit einen Marktplatz.

Der Bremer Bischof Ansgar

Erzbischof („Erz“ für griechisch „Anfang“) Ansgar wurde 801 geboren. Er war ein Mönch des Ordens des heiligen Benedikt und später Leiter der Klosterschule des Klosters Corvey in Westfalen. Die Heilige Kirche um Papst Gregor IV und der Fankenkönig Ludwig der Fromme beauftragten Ansgar mit der Reformation der heidnischen Germanen im Norddeutschen Raum. Auf der Versammlung (Synode) der Bischöfe in Diedenhofen wurde das Erzbistum Hamburg gegründet (831). Zuvor war Ansgar bereits als Missionar in Schweden und Dänemark unterwegs gewesen und hatte die erste Kirche Skandinaviens nahe Stockholm errichtet.

Ausgrabungen

Archäologen des Archäologischen Museums Hamburg unter Karsten Kablitz untersuchten das Areal am Domplatz mit Grabungen 18 Monate lang ab 2005. Acht Jahre später wurden die Funde dann auf einem Kolloquium präsentiert. Man war sich sicher, den genauen Ort der Hammaburg gefunden zu haben und das dieser auch schon vor dem Burgbau besiedelt war. Im Untergeschoss der Filiale „Dat Backhus“ Ecke Kreuslerestraße und Speersort kann man sich abgeschlossene Ausgrabungen mit dem Bischoftsturm ansehen und erhält weiterführende Informationen. Zudem bietet das nördlichste, weiße Sitzelement ein Fenster in die Vergangenheit mit den letzen originalen Fundamenten des Doms.

Bischoftsturm Ecke Kreuslerestraße und Speersort

Bischoftsturm Ecke Kreuslerestraße und Speersort

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About Chris

Chris ist Hobbyfotograf aus dem schönen Hamburg mit einem Faible für architektonische Tag- und Nachtaufnahmen, Geschichte und der Hansestadt Hamburg.
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