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Elbphilharmonie Dachspitze in 110 m Höhe
Elbphilharmonie Dachspitze in 110 m Höhe

Elbphilharmonie Der spannende Weg zu Hamburgs Wahrzeichen

Planung und Design des markanten Gebäudes

Das Konzept der Elbphilharmonie geht auf den Architekten Alexander Gérard zurück. Es sah eine zeitgemäße Ergänzung des bestehenden Backsteins Kaispeicher A von 1963 aus Glas in Form eines Schiffsegels vor. Dieser wurde mit der Zeit nur noch sporadisch für Lagerzwecke genutzt, da er für die aufkommenden Gabelstapler nicht geeignet war. Planung und Entwurf stammen jedoch vom Architekturbüro Herzog & de Meuron. 2007 wurde der Bau schließlich vom damaligen Bürgermeister Ole von Beust beschlossen und vom Baukonzern Hochtief in Angriff genommen. Geplant waren Baukosten in Höhe von 77 Millionen Euro. 2010 konnte bereits Richtfest gefeiert werden und die Hälfte der Außenfassade war zu diesem Zeitpunkt fertiggestellt.

Auf historischem Grund errichtet

Historische gesehen ruht die Elbphilharmonie auf dem Johns`schen Ecke, der Spitze des Großen Grasbrook, einer Elbinsel auf der die heutige HafenCity entsteht. Von 1737 bis 1860 betrieb die Familie Johns hier Schiffbau, bis Hamburgs Wasserbaudirektor Johannes Dalmann dort den Tidehafen (zum Meer hin offen) Grasbrook plante. An der Einfahrt zum Grasbrook-Hafen entstand 1875 der Kaispeicher A mit einem markanten Westturm und einem Zeitball an der Spitze.

Kaiserspeicher A, Quelle: Stadtteilgeschichten

Kaiserspeicher A, Quelle: Stadtteilgeschichten

Dieser diente Schiffen zur Synchronisation der Zeit, indem von der Sternwarte am Millerntor 2x am Tag der Auslöser zum Fall der Kugel gedrückt wurde. Durch Kriegseinwirkungen wurden Teile dieses Gebäudes im 2. Weltkrieg zerstört.  Leider sah man von einer Reparatur des damaligen Wahrzeichens des Hafens ab und errichtete stattdessen 1963 ein zweckmäßiges Backsteinlagerhaus. Dieser diente hauptsächlich zur Lagerung von Kakao und Kaffee. Er wurde von Werner Kallmoren entworfen, ist 160 Tonnen schwer, 30 Meter hoch und ruht auf 1.111 Holzpfählen.

Errichtung und Kostenexplosion

Der Bau des Konzerthauses verzögerte sich über Jahre mehrfach, so dass der ursprünglich geplante Fertigstellungstermin im Jahr 2010 nicht mehr eingehalten werden konnte. Grund waren Bedenken der Bauaufsicht in Bezug auf die Sicherheit der Fassadenkletterer bei der Fensterreinigung, Abstimmungsprobleme zwischen dem Planer Herzog & de Meuron und Hochtief,  Sicherheitsbedenken von Hochtief gegen die Statiker und deren Tragwerksplanung. In der Folge kam es zu einem Baustopp durch Hochtief der anderthalb Jahre dauern sollte. Erst als alle Unstimmigkeiten geklärt, Berechnungen neu erstellt und Planungen überarbeitet wurden, ging es 2012 mit den Arbeiten am Dach und den Innenräumen weiter.

Feierliche Eröffnung nach 10 Jahren

Nach 10 Jahren Bauzeit konnte die das Konzerthaus schließlich Anfang 2017 feierlich eröffnet werden. Eingerahmt von einem Lichtspektakel fand das Eröffnungskonzert „Zum Raum wird hier die Zeit“ für 2.000 Besucher des NDR Elbphilharmonie Orchester im Beisein von Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel statt. Amtsinhaber in Hamburg war mittlerweile Bürgermeister Olaf Scholz. Abschließend verschlang der Bau der Elbphilharmonie das 11-fache der ursprünglich geplanten Summe, nämlich 866 Millionen Euro.

Die lange Bauzeit und die erhöhten Kosten für die Steuerzahler haben das Gebäude deutschlandweit bekannt gemacht. Der Begeisterung tut dies jedoch keinen Abbruch. So besuchten bereits 4,5 Mio. Besucher den Aussichtsbereich mit seinem herrlichen Ausblick über Hamburg (17.000 am Tag). Zudem konnten über 850.000 Menschen die über 600 in diesem Jahr Konzerte besuchen.

Konzertsäle und Aussichtsplattform der Elbphilharmonie

Die Aussichtsplattform im 6. Stock befindet sich zwischen dem Glas- und Backsteinabschnitt des Gebäudes. Sie bietet einen offenen Rundgang um das Gebäude in 37 Meter Höhe. Sie kann kostenfrei über die Plaza, dem Herz des Konzerthauses betreten werden. Zugang erlangen Besucher über den Eingang am Fuß des Gebäudes und zwei lange Rolltreppen, die Tubes genannt werden.

Über die Plaza gelangt der Besucher auch zu den Konzertsälen. Darunter der Große Saal, dem Herzstück der Philharmonie der 2.100 Zuschauer fasst. Er wurde vom japanischen Akustiker Yasuhisa Toyota konzipiert und ist mit 10.000 CNC-gefrästen, einzigartigen Gipsfaserplatten beschichtet.

Die Orgel im Inneren stammt vom Orgelbauer Johannes Klais aus Bonn und besteht unter anderem aus 69 Register und 4765 Pfeifen. Daneben gibt noch einen zweiten, kleineren Saal mit 550 Plätzen, sowie dass das Kaistudio 1, mit 170 Sitzplätzen. Der kleiner Saal für Kammermusik und Jazzkonzerte wurde mit Hölzern aus dem französischen Loire-Tal verkleidet.

Hotel und Gastronomie laden zum Verweilen ein

Über die Plaza gelangen Touristen auch zum Info-Shop mit Büchern und Souvenirs sowie einer Café-Bar mit Panoramablick über die Elbe. Zwischen der 6. und der 20. Etage lädt hingegen das Vier-Sterne-Plus-Hotel „The Westin Hamburg“ mit 244 Zimmern zum Verweilen ein. Ein gutes Bier und warme Küche findet der Besucher im Restaurant & Bar der Störtebeker Brauerei aus Stralsund. Dazu gibt es noch einen eigenen Shop. Viele wohlbetuchte Personen haben ihren Wohnsitz sogar direkt in Form einer der 45 Eigentumswohnungen im Konzerthaus gefunden. Preise von bis zu 10 Millionen wurden hierbei aufgerufen. Dazu gehört jedoch immerhin einer der 433 Parkplätze im Parkhauses des Gebäudes.

Weiterführende Informationen sowie das „Elbphi“-Modell

Ein Modell der Elbphilharmonie befindet sich im Kesselhaus, dem InfoCenter der HafenCity am Sandtorkai 30. Weiterführende Informationen zum Gebäude oder um einfach nur klassische Musik zu hören, finden Interessierte auch im Informations-Pavillon auf den Magellan-Terrassen. Die Website der Elbphilharmonie dient zu Informationszwecken, sowie dem Verkauf von Konzertkarten und Tickets für die Aussichtsplattform.

Panorama-Elbblick

Panorama-Elbblick

Die Elbphilharmonie in Zahlen

  • Höhe: 110 m
  • Etagen: 26
  • Aufzüge: 29
  • Hotelzimmer: 244
  • Eigentumswohnungen: 45
  • Kosten pro Fenster: 22.000 €
  • Fenster insgesamt: 1.089
  • Rolltreppe: 80 m lang
  • Boden-Ziegelsteine der Plaza: 188.000
  • Eigentümer: Stadt Hamburg
  • Baukosten: 866 Millionen Euro
  • Besucher pro Tag: 17.000
  • Sitzplätze im Großen Saal: 2.100
  • Konzerte pro Jahr: 600
  • Gipsfaserplatten im Großen Saal: 10.000
  • Parkplätze: 433
  • Holzpfähle auf den das Gebäude steht: 11.000
  • Höchstpreis für eine Wohnung: 10 Millionen Euro

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About Chris

Chris ist Hobbyfotograf aus dem schönen Hamburg mit einem Faible für architektonische Tag- und Nachtaufnahmen, Geschichte und der Hansestadt Hamburg. Google+
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